Radverkehr

Neue Abstellplätze für Fahrräder gut angenommen

Linda Boesel und Steffen Geibhardt (beide Amt für Verkehrsmanagement) sowie Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke

Linda Boesel und Steffen Geibhardt (beide Amt für Verkehrsmanagement) sowie Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Rund 1000 Fahrradabstellanlagen wurden in 2018 in Düsseldorf geschaffen. Weitere sollen im nächsten Jahr kommen.

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Seit dem Sommer hat das Amt für Verkehrsmanagement an rund 100 Standorten in der Innenstadt mehr als 1000 neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Dies ist Teil der Initiative „Fahrradstellplätze für Düsseldorf“. Neben den Fahrradständern in Form eines stilisierten Fahrrades oder eines stilisierten Autos gibt es auch welche mit Bügeln. So etwa an der Cantadorstraße, wo insgesamt an zwei Standorten 18 Fahrradbügel auf fünf ehemalige Auto-Stellplätze gesetzt worden sind, und wohin gestern die Stadt zum Ortstermin lud.

Bei den neuen Abstellanlagen handelt es sich um mobile und flexibel einsetzbare Einheiten, die in beliebiger Länge aneinander geschraubt werden können. Auch im Boden sind sie festgeschraubt und nicht betoniert. „Wir können so ausprobieren, was wo gebraucht wird und sonst auch schnell reagieren und Anlagen wieder abbauen,“ so Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Das sei etwa an der Nordstraße passiert.

Etwa 50 Pkw-Parkplätze weggefallen

Bei der Standortwahl versuche man, Orte zu nehmen, an denen dadurch keine Parkplätze für Autos verschwinden. Das sei aber nicht immer möglich, gibt die Verkehrsdezernentin zu. So seien im gesamten Gebiet, in dem neue Fahrradabstellanlagen angelegt wurden, etwa 50 Pkw-Parkplätze weggefallen. Deswegen habe es durchaus „böse Briefe“ gegeben. „Ich kann den Ärger aufgrund des Parkdrucks in den Vierteln verstehen. Aber auch bei den Fahrradfahrern ist ein großer Parkdruck vorhanden, was an der hohen Anzahl von an Hauswänden, Laternen oder Baumständen abgestellten Fahrrädern zu erkennen ist“, sagt die Verkehrsdezernentin. Der Bedarf übersteige das neugeschaffene Angebot. Das Amt für Verkehrsmanagement will jedoch alle Reaktionen aus der Bevölkerung ernst nehmen sowie die Nutzung der Anlagen regelmäßig überprüfen.

Fahrradturm am Bilker Bahnhof

Über das Stadtgebiet verteilt gibt es, so Cornelia Zuschke, zirka 10.000 Abstellplätze. Da das aber viel zu wenig seien, wolle man sich auch Schulen, Krankenhäuser und Bahnhöfe anschauen, „wo man da noch Platz finden könnte“. Ein Fahrradturm am Bilker S-Bahnhof soll im nächsten Jahr gebaut werden. Dort könnten ebenfalls 120 Fahrräder Platz finden. Denn im nächsten Jahr soll die Fahrradoffensive weitergehen – und weitere 500 bis 1000 Abstellplätze schaffen. „Denn viele Bürger haben wertvolle, teure Räder, aber keine Möglichkeiten die in Hinterhöfen oder in Häusern zu verstauen.“

Auch das Thema Fahrradhäuschen soll weiter vorangetrieben werden. Zwei große sollen noch in diesem Jahr kommen. Denn es sollen noch mehr Bürger für ein fahrradfreundliches Düsseldorf gewonnen werden, aber alle Belange einer gerechten Nutzung des öffentlichen Raumes möglich bleiben, so Zuschke. „Aufgrund von Staus und einer steigenden Umweltbelastung ist es erforderlich, die umweltfreundliche Mobilität in unserer Stadt zu stärken. Wir sind hier nicht ideologisch unterwegs, sondern habe die Auflage und Pflicht, Ansätze für ein umweltfreundliches Verkehrsverhalten zu finden“, betont Zuschke. Die Förderung des Radverkehrs sei ein wichtiger Baustein dafür.

Die Stadt ist auf dem richtigen Weg – Ein Kommentar von Stephan Wappner 

Die von Oberbürgermeister Geisel oft beschworene Verkehrswende gelingt nur dann, wenn alle Bereiche bedacht werden. Dazu gehören also auch – neben der Tatsache, dass der ÖPNV dringend schneller und zuverlässiger gemacht werden muss – mehr Abstellflächen für Fahrräder. Denn von denen gibt es in Düsseldorf noch viel zu wenig. Ich selbst fahre fast täglich mit dem Rad zum Job. Und vor unserem Bürohochhaus an der Immermannstraße existieren exakt null Fahrradabstellplätze.

Die Stadt tut also gut daran, wenn sie Platz für Fahrräder macht. Wenn dabei der eine oder andere Autoparkplatz dran glauben muss, dann ist das eben so. Schließlich soll bei einer Verkehrswende per Definition Platz für nachhaltige Energieträger geschaffen werden. Und das sind die allermeisten Autos in Düsseldorf zurzeit nicht.

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