Städtebau

Absturzgefahr! Flossis im Düsseldorfer Medienhafen verschwinden

Dreiundzwanzig Flossis werden die Fassade des Gebäudes an der Speditionsstraße 15a verlassen.

Foto: Daniel Helbig

Dreiundzwanzig Flossis werden die Fassade des Gebäudes an der Speditionsstraße 15a verlassen. Foto: Daniel Helbig

Düsseldorf.   Seit 16 Jahren hängen die bunten "Flossi"-Figuren an Fassaden im Medienhafen in Düsseldorf. Jetzt begann der Abbau - wegen Absturzgefahr.

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Sechzehn Jahre lang hingen die sogenannten Flossis an der Fassade des Roggendorfspeichers, einem städtischen Gebäude an der Speditionsstraße 15a, und vermittelten den Eindruck das Backsteingebäude hinaufzuklettern. Nun werden sie seit diesem Montag unter Aufsicht des Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt abmontiert. Die Flossis wurden von der Künstlerin „rosalie“ 1998 zur Eröffnung des Deutschen Kunststoff Museums im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, heute NRW Forum, entworfen und als temporär geplante Skulptureninstallation am Gebäude im Ehrenhof installiert.

Schenkung durch Klüh an die Stadt

Das Düsseldorfer Dienstleistungsunternehmen Klüh erwarb 23 Flossis und übergab diese als Schenkung an die Landeshauptstadt, einen weiteren Flossi spendete die Künstlerin selbst.

Im Jahr 2016 wurde im Rahmen einer Begehung des Objektes festgestellt, dass die Flossis diverse Beschädigungen aufweisen. Daraufhin nahm das Amt für Gebäudemanagement mit Unterstützung des Restaurierungszentrums einen der Flossis ab, um diesen genauer zu untersuchen. Die technologische Untersuchung sollte Aufschluss über den Aufbau der Skulpturen geben und über das Ausmaß der Beschädigungen. Für die Untersuchungen wurden unter anderem Röntgenaufnahmen angefertigt, die einen Einblick über Konstruktion und Statik der Figuren gewähren. Die Untersuchungen ergaben, dass durch die witterungs- und altersbedingten Beschädigungen der Außenhülle Wasser bis ins Innere eindringt, sich an den das Stahlskelett umgebenden Styroporkern anlagert und nicht abfließt. Das Eigengewicht der Figuren wird hierdurch erheblich erhöht.

Ungeeignete Materialien

Darüberhinaus ist die Wahl der angewendeten Materialien nicht für eine dauerhafte Installation im Außenbereich ausgelegt, so dass die Stabilität der Installation nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Auch am Nachbargebäude hängen noch fünf weitere Flossis. Der Eigentümer des Gebäudes wurde über die Erkenntnisse der Untersuchung und die geplante Demontage der städtischen Flossis informiert und lässt seine fünf Skulpturen ebenfalls abnehmen und einlagern. Das Julo-Levin-Ufer/Speditionstraße wird für die Arbeiten aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt bis zum 16. Mai gesperrt. Eine Umleitung wird nicht eingerichtet, das es sich beim Julo-Levin-Ufer um eine Sackgasse handelt.

Bis zu 4,20 Meter hoch und 2,50 Meter breit

Die bis zu 4,20 Meter hohen und 2,50 Meter breiten Flossis werden mit Hilfe von Industriekletterern und dem Einsatz eines Spezialkrans demontiert und anschließend fachgerecht eingelagert. Die Kosten für Demontage und Transport zur Einlagerung betragen für die Stadt rund 17.500 Euro. Was mit den vielfarbigen Flossis anschließend passiert ist noch unklar. Das wird sich erst auf Grundlage der Zustandserfassung aller eingelagerten Skulpturen nach der Demontage klären.

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