Landgericht Düsseldorf

Nach Messerattacke in Straßenbahn: Einweisung in Psychiatrie

Archivbild. Am 15. August griff ein Mann zwei Frauen in einer Straßenbahn in Flingern an. Nun steht er vor Gericht.

Archivbild. Am 15. August griff ein Mann zwei Frauen in einer Straßenbahn in Flingern an. Nun steht er vor Gericht.

Foto: Newshunter/Gerhard Berger

Düsseldorf.   55-jähriger Biologe ist nach Ansicht des Landgerichts Düsseldorf nicht schuldfähig. Er hatte zwei Frauen in einer Straßenbahn attackiert.

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Nach einer gefährlichen Messerattacke in einer Düsseldorfer Straßenbahn ist der psychisch kranke Täter in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den 55-jährigen Biologen am Montag wegen versuchten Totschlags schuldig, stufte ihn aber wegen seiner schweren psychischen Krankheit als nicht schuldfähig ein.

Der studierte Biologe hatte sich eingebildet, Opfer einer großen Verschwörung zu sein, an der neben der Bundeskanzlerin auch die weiblichen Fahrgäste seiner Straßenbahn beteiligt seien. Mitte August war er in der Bahn der Linie 709 ohne ersichtlichen Grund über eine 27-jährige Frau hergefallen und hatte sie mit Messerstichen in den Hals schwer verletzt.

Opfer leidet noch heute unter den Folgen

Einer anderen Frau soll er den Kopf nach hinten gerissen haben, um auch auf sie einzustechen. Nach der Attacke hatte der Deutsche vor einer Trinkhalle auf seine Festnahme gewartet. Das Opfer hatte im Prozess unter Tränen ausgesagt, sie habe den Angreifer beim Einsteigen kaum wahrgenommen, weil sie telefoniert habe. Sie leide noch heute unter den Folgen.

Der 55-Jährige hatte berichtet, dass seine seelischen Probleme bereits Mitte der 1990er Jahre begannen, als er in London an seiner Doktorarbeit geschrieben habe. 1995 sei er nach Düsseldorf gekommen und lebe seither von Sozialhilfe. (dpa)

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