Niedere Beweggründe

Mordanklage: Düsseldorfer soll eigene Tochter erwürgt haben

Die Polizei rückte am Tattag mit einem großen Aufgebot aus. Sie ging sofort von einer "akuten Bedrohungslage" aus.

Die Polizei rückte am Tattag mit einem großen Aufgebot aus. Sie ging sofort von einer "akuten Bedrohungslage" aus.

Foto: Philipp Leske / ANC-NEWS

Düsseldof.   Weil er seiner Ehefrau ein Verhältnis unterstellte, musste die erst siebenjährige Tochter sterben. Zu den Tatvorwürfen schweigt der 33-Jährige.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat einen 33-Jährigen wegen Mordes aus niederen Beweggründen angeklagt. Der ägyptische Staatsbürger, der seit 2010 mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland lebt, soll am 19. Juli dieses Jahres seine eigene Tochter so massiv am Hals gewürgt haben, dass die damals Siebenjährige daran starb. Schauplatz des schrecklichen Familiendramas war die gemeinsame Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Lünener Straße im Stadtteil Rath.

Bei einem Video-Anruf über den Dienst Facetime hatte sich der Mann mit seiner damals 44-jährigen Ehefrau und Mutter des Kindes zum wiederholten Male gestritten, als die an diesem Vormittag noch auf ihrer Arbeit war. Dabei soll er sie beschimpft und den Verdacht geäußert haben, dass sie einen anderen Mann habe. Weil der Vater auch seine weinende Tochter während des Gesprächs mit einem Gegenstand bedrohte, eilte die Mutter nach Hause und alarmierte parallel die Polizei. Da lebte die Tochter noch. Die Polizei rückte mit großem Aufgebot an. Sie ging von einer akuten „Bedrohungslage“ aus.

Paar hatte im Jahr der Geburt der Tochter geheiratet

Helfen konnten die Beamten der Siebenjährigen nicht mehr: Bevor die Polizei die Wohnung stürmen konnte, gab der Mann auf, die Tochter war bereits tot. Der Ägypter hatte zu diesem Zeitpunkt eine Schreckschusswaffe in der Hand, eingesetzt wurde die aber nicht. Ein SEK stand bereit, eingreifen musste es jedoch nicht. Der Mann wurde festgenommen, ein Richter ordnete später Untersuchungshaft an. Dort wartet der 33-Jährige seitdem auf seine Verhandlung.

Der Mann hat in seinem bisherigen Vernehmungen zum Tatvorwurf geschwiegen. Das Motiv, dass die Ermittler unterstellen, mutet bizarr an: Durch die Ermordung der Tochter habe der 33-Jährige seine Frau für ihre vermeintliche Untreue bestrafen wollen. Polizeilich in Erscheinung getreten ist der Ägypter bislang nicht. Der Prozess gegen ihn könnte Anfang des kommenden Jahres beginnen.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz am Tag nach der Tat mitteilten, hatte das Paar im Jahr der Einreise des Mannes geheiratet. 2010 kam auch die Tochter zur Welt. Die Siebenjährige war nach den bisherigen Erkenntnissen das einzige Kind des Paares.

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