Dachbegrünung

Bee Stops - Haltestellen in Langenfeld sollen grüner werden

Vorbild Utrecht: 316 bepflanzte Dächer von Bushaltestellen sind gut fürs Stadtklima und für Bienen sowie anderer Kleinstlebewesen.

Vorbild Utrecht: 316 bepflanzte Dächer von Bushaltestellen sind gut fürs Stadtklima und für Bienen sowie anderer Kleinstlebewesen.

Foto: via www.imago-images.de / imago images / Hollandse Hoogte

Langenfeld/Monheim.  Um etwas fürs Klima zu tun, sollen in Langenfeld 24 neue Wartehäuschen bepflanzte Dächer bekommen. In Monheim steht ein Antrag zur Beratung an.

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Neue Buswartehäuschen sollen in Langenfeld begrünte Dächer haben. Nach Angaben des städtischen Umwelt- und Verkehrsamtsleiters Franz Frank will die Stadt bei der Aufstellung von 24 neuen Haltestellen im nächsten Jahr eine überall gelobte Intitiative der niederländischen Stadt Utrecht aufgreifen. Dort hat die Stadt 316 Dächer von Bushaltestellen mit Sukkulenten und Blumen begrünt.

Ökologisch nachhaltig

Die so genannten „Bee Stops“ geben Bienen und anderen Insekten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Zudem filtern die eingesetzten Sedum-Pflanzen wie etwa Mauerpfeffer den Feinstaub aus der Luft und speichern Regenwasser. Deshalb halten sie es auch über lange Zeit in praller Sonne und bei Trockenheit aus.

„Das ist ein sehr gutes Projekt, das wir im Sinne des Klima- und Insektenschutzes gerne aufgreifen“, sagt Frank. Es füge sich in das Anfang des Monats gestartete städtische Programm zur Dachbegrünung ein, bei dem bislang etwa zehn Bürger einen Zuschuss aus dem jährlich mit 100.000 Euro gefüllten Sondertopf beantragt hätten. Allerdings lassen sich Frank zufolge die in Langenfeld vorhandenen Unterstände an den Haltestellen nicht auf diese Weise begrünen.

Zu schwer fürs Dache?

„Wir haben das prüfen lassen. Aber aus statischen Gründen und auch wegen der Entwässerung geht das nicht.“ Bei dem in Langenfeld üblichen Modell – wie etwa am abgebildeten Busstopp an der Stadtgalerie – halte das Dach die Last des fürs Gedeihen notwendigen Bodens samt Pflanzen nicht aus. „Und zusätzliche Schneemassen schon gar nicht.“

Aber bei der nächstes Jahr in Langenfeld anstehenden Aufstellung von 24 Wartehäuschen entlang der Düsseldorfer, Kölner und Opladener Straße (L219, ehemals B8) seien solche ökologischen Dächer nunmehr fest vorgesehen. „Auch, wenn an anderen Stellen ein Austausch ansteht, wie sicher irgendwann bald mal am S-Bahnhof, sehen wir ab sofort begrünte Dächer vor.“ Die Kosten der Haltestellen tragen die Städte nicht, die Busbetriebe.

Frage der Statik

In Monheim hat die SPD-Ratsfraktion einen Antrag für den Planungsausschuss am 5. September eingereicht, auch die Dächer der dortigen Bushaltestellen nach dem Utrechter Modell zu begrünen. „Sie ähneln baulich denen in Utrecht, so dass ihrer Begrünung nichts im Wege stehen sollte“, meint Ratsfraktionschef Alexander Schumacher. Nach Angaben von Monheims Rathaussprecher Norbert Jakobs sind Stadtverwaltung und der stadteigene Busbetreiber BSM dieses Thema noch nicht angegangen. „Es ist die Frage, ob das statisch überhaupt geht. Und außerdem wurden in Monheim ja gerade erst neue Wartehäuschen mit sehr schöner Glaskonstruktion und mit Gänseliesel aufgestellt.“

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