Theaterszene

Kleine Theater in Düsseldorf wollen kooperieren

Letztes Jahr Publikumsrenner am Theater an der Kö: „Wir lieben und wissen nichts“ mit Cosma Shiva Hagen, Jeanette Biedermann.

Letztes Jahr Publikumsrenner am Theater an der Kö: „Wir lieben und wissen nichts“ mit Cosma Shiva Hagen, Jeanette Biedermann.

Foto: Bretz

Düsseldorf.   Die Saison läuft bei den meisten Düsseldorfer Bühnen gut an. Die Komödie bekommt Fördergelder und will „neue Ideen“ präsentieren.

Mit der Komödie an der Steinstraße wurde im Dezember vergangenen Jahres erstmals ein nicht gemeinnütziges Theater in Düsseldorf von öffentlichen Geldern gefördert. 200.000 Euro sollen dieses Jahr noch fließen, danach ist eine weitere Förderung möglich, heißt es im Ratsbeschluss. Schnell wurde deshalb gemutmaßt, dass die komplette Düsseldorfer Kleintheater-Szene am Rande des Abgrunds steht. Doch während die Komödie auf schnelle Förderung hofft, haben nicht alle mit Problemen zu kämpfen.

Bisher gab es keinen runden Tisch in der Theaterszene

„Wir haben keine Existenzängste. Ganz im Gegenteil, unsere Tickets sind meist für drei Monate im voraus ausverkauft“, sagt Philipp Kohlen-Priebe, Intendant des Kabarett Flin an der Ludenberger Straße 37. „Wenn es bei uns schlecht läuft, dann muss ich mich selbst hinterfragen, warum das so ist“, so Kohlen-Priebe. Wichtig für die Düsseldorfer Theater- und Kabarettszene ist vor allem die kommende „Lange Nacht der Theater“, an der im kommenden Jahr ein gemeinsames Programm auf die Bühne gestellt werden soll. Denn: „Bisher gab es noch keinen runden Tisch, an dem die Düsseldorfer Theaterhäuser mal zusammenkommen“, so Kohlen-Priebe.

Komödie mit vermehrt englischsprachigen Programm

Auch beim Kom(m)ödchen in der Altstadt scheint der Laden zu laufen: „Wir erleben in der letzten Zeit einen Boom und haben für die Zuschauer nach der Sommerpause wie gewohnt ein tolles neues Programm geplant“, sagt Kay Lorentz, Leiter des Theaters. Bedenken, dass die Komödie als einziges Düsseldorfer Theater Zuschüsse erhalte, hat er nicht: „Ich freue mich wenn kein Theater schließen muss.“ Ende Januar gebe es wieder ein Treffen zwischen den Theaterhäusern, „wir müssen schauen, ob sich eine langfristige Kooperation danach für alle lohnt“, so Lorentz.

Bei der Komödie wird sich über die Zusammenarbeit der Theaterhäuser gefreut: „ Diese Kooperation ist ein Novum. Ich halte einen runden Tisch auch über die lange Nacht der Theater hinaus für eine gute Idee“, so Komödie-Chefin Katrin Schindler. Die städtische 200.000 Euro-Förderung wolle man vor allem für neue Ideen nutzen: „Wir haben vermehrt englischsprachige Stücke ins Programm genommen, die in Zusammenarbeit mit dem English Theatre entstanden“. Scheinbar steht das Theater an der Steinstraße wieder auf eigenen Beinen: „Die Saison läuft derzeit sehr gut, wir werden in nächster Zeit neue Ideen präsentieren“,. so Schindler.

René Heinersdorff, Leiter des Theater an der Kö würde sich ebenfalls über stärkere Kooperationen freuen: „Eine ständige Konferenz der Theater könnte viel bewirken. Es wäre wichtig, sich abzusprechen, dass nicht etwas alle Premieren am selben Tag anlaufen, dass man gemeinsam Werbung macht und eine gemeinsame Vorverkaufsstelle für Karten organisiert“.

Kneipen machen den Kabarett-Theatern Konkurrenz

Auch wenn alles erstmal gut klingt, könnte es in Bereichen besser laufen: „Unser Etat für Werbung reicht nicht aus. Da können wir mit dem Schauspielhaus nicht annähernd mithalten“, sagt Joachim Meurer, Leiter des Theater an der Luegallee, welches kommendes Jahr 40-jähriges Bestehen feiert. Mit seinem Theater erfüllt er eine Nische und kann sich regelmäßig über einen vollen Saal freuen: „Wir führen großteils zeitgenössische Stücke auf und veranstalten viel Literaturlesungen“, sagt Meurer.

Nachdem man eine lange Sanierungsphase hinter sich habe, konzentriere man sich jetzt voll auf die Zukunft, so Helge Neuber vom Takelgarn-Theater. Man will vermehrt junges Publikum ansprechen und „ihnen Berührungsängste vor dem Theater nehmen“, so Neuber. Konkurrenz sieht er nicht durch andere Theater, sondern Kneipen: „Dort findet immer mehr Stand-up-Comedy statt, das ist direkte Konkurrenz für uns“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben