Wildtier-Verbot

Jetzt kommen die Zirkus-Kamele doch nach Düsseldorf

Tiertrainer Gitano Frank vom Circus Paul Busch mit den Kamelen, die im Vorfeld des Düsseldorfer Gastspiels für Ärger gesorgt haben.

Tiertrainer Gitano Frank vom Circus Paul Busch mit den Kamelen, die im Vorfeld des Düsseldorfer Gastspiels für Ärger gesorgt haben.

Foto: CPB

Düsseldorf.  Nach der Schlappe für die Stadt vor dem Verwaltungsgericht gastiert der „Paul Busch“ auf dem Staufenplatz – der Direktor kritisiert die Stadt.

Das hatte sich der Circus Paul Busch nicht bieten lassen: Er hatte einen Antrag für ein Gastspiel im September in Düsseldorf beantragt – und erhielt einen negativen Bescheid. Denn bei den mitgeführten Kamelen handele es sich um Wildtiere. Und die sind laut eines Beschlusses des Düsseldorfer Stadtrates in Düsseldorf bei Zirkus-Gastspielen nicht erwünscht.

Der Zirkus erhielt vor dem Verwaltungsrecht Recht

Doch der Zirkus klagte vor dem Verwaltungsgericht – und erhielt Recht. Die Stadt beließ es bei dem Urteil und ging nicht zum Oberverwaltungsgericht in die nächste Instanz. Und damit kommt der Zirkus und bringt seine Kamel-Herde mit, wie Klaus Kaulis, der Sprecher des Zirkus, sagte.

Der Circus Paul Busch hat am 9. September seine letzte Vorstellung in Remscheid, bricht dann seine Zelte ab und reist noch nachts mit den ersten Fahrzeugen in Düsseldorf an. Auf dem Staufenplatz, traditionell der Platz für große Zirkus-Unternehmen, wird der Circus Paul Busch dann seine Zelte aufschlagen. Am Freitag, 13. September, ist dann Start für die Vorstellungen in dem blau-weiß-roten Zelt, das von vier 17 Meter hohen Masten getragen wird. Es bietet Platz für 900 Menschen.

Neben Kamelen gibt es auch Zebras, Esel, Rinder und Ziegen im Zirkus

Der Zirkus reist mit 25 Mitarbeitern und 29 Tieren an, darunter Pferde, Esel, Kamele, Ponys, verschiedenen Rinder, Zebras, Hunde und Ziegen. Eine Besonderheit: Die Musik in dem Zirkus, der von Henry Frank als Direktor geleitet wird, kommt nicht vom Band. „Wir haben noch ein eigenes Orchester“, erzählt der Zirkus-Chef stolz. Und das leitet sein Sohn Emilio Frank (20). Ob moderne oder traditionelle Zirkus-Musik, der junge Musiker trifft stets den richtigen Ton im Zelt. „Wir sind ein kleines Orchester mit starkem Sound“, sagt Emilio Frank, der kommenden Sonntag 21 Jahre alt wird. Der junge Orchester-Chef und Direktoren-Sohn ist vielseitig: „Ich spiele Schlagzeug, Orgel, Posaune und Trompete. Schon mit sieben Jahren fing ich mit der Musik an, mein Vater hat mir das beigebracht.“ Musizieren im Zirkus ist nicht einfach, sagt Emilio: „Das Zusammenspiel der einzelnen Musikstücke und der Darbietungen muss genauso fließend ineinander gehen, wie auch das Lichtdesign der Technik.“

Dass der Zirkus nun auch nach mehrjähriger Pause wieder in Düsseldorf zu sehen ist, darüber freut sich Direktor Henry Frank. Und kritisiert: „Von militanten, ideologischen Tierrechtsorganisationen wird penetrant versucht in der Öffentlichkeit ein anderes Bild zu erzeugen. Da diese Organisationen über ein beträchtliches Vermögen verfügen, können sie auch recht effektiv arbeiten. Übrigens, das Vermögen dieser Vereine stammt überwiegend von gutgläubigen Menschen, die meinen, dass sie den Tieren etwas Gutes tun, ohne zu wissen, dass diese Organisationen keinen Cent für den aktiven Tierschutz ausgeben.“

Zirkus-Chef: Politiker wollen sich mit dem Thema profilieren

Der Zirkus-Chef beklagt, dass „sich auch immer Politiker hinreißen lassen und versuchen, sich mit diesem vermeintlichen Tierschutzthema zu profilieren. So hat ja auch die Stadt Düsseldorf ein Auftrittsverbot für Zirkusunternehmen mit Wildtieren verhängt und unserem Circus Paul Busch die Platzvergabe für den Staufenplatz versagt.“ Und: „Ein paar Wochen vorher hatte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht schon einmal dem klagenden Zirkus Charles Knie recht gegeben und das Wildtierverbot für die Stadt Krefeld aufgehoben. Trotzdem, so kritisiert Frank, habe es Düsseldorf wiederum zu einer Klage kommen lassen, erwartungsgemäß verloren und müsse nun von den Steuergeldern die Kosten des Verfahrens tragen. In dem Urteil vom 4. Juli wurde von der 18. Kammer des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts beschlossen: „Die Antragsgegnerin (Stadt Düsseldorf) wird im Wege der einstweiligen Anordnung verpflichtet, dem Antragsteller (Circus Paul Busch) die Nutzung der Veranstaltungsfläche Staufenplatz in Düsseldorf in der Zeit vom 9. bis 23. September 2019 zu Zwecken der Durchführung eines Zirkusgastspiels ohne Beschränkung in Bezug auf Tiere wildlebender Art zur Verfügung zu stellen.“

Henry Frank ist damit mehr als zufrieden: „So sind in den letzten Jahren viele Städte und Gemeinden von dem unrechtmäßigen Wildtierverbot durch die Circus-Unternehmen und dem Verband deutscher Circus-Unternehmen freigeklagt. Ebenso wurden die gesamten Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen freigeklagt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben