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In Düsseldorf muss das neue Pflaster in der Altstadt wieder raus

Pfusch: Das neue Altstadt-Pflaster in der Berger Straße wurde falsch verlegt. Foto: Sergej Lepke

Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Pfusch: Das neue Altstadt-Pflaster in der Berger Straße wurde falsch verlegt. Foto: Sergej Lepke Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf.   Nunmehr ist klar, wie es zu der Panne beim neuen Altstadt-Pflaster in Düsseldorf kommen konnte: Wegen zu hoher Spannung auf den Platten barsten diese - und müssen nun ersetzt werden. Glück für die Stadt: Die Kosten trägt die Baufirma.

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Jetzt weiß die Stadt, wie es zu der Panne beim neuen Altstadt-Pflaster kommen konnte. Die beschädigten Gehweg-Platten auf der Berger Straße waren im April falsch verlegt worden. Die Arbeiter benutzten ein Fugenmaterial mit zu kleiner Körnung. So baute sich ein unterschiedlicher Druck auf die Steine auf. „Die Platten standen unter zu starker Spannung, so dass die Oberfläche platzte“, erklärt Bernd Thomas vom Verkehrsdezernat. Die Ursache für den Fehler hatte eine „anerkannte Prüfstelle für die Untersuchung von Baustoffen“ herausgefunden.

Die Konsequenz: Auf der Berger Straße muss alles wieder raus. Die Platten werden ersetzt. Die Arbeiten und die Kosten übernimmt die dafür verantwortliche Straßenbaufirma. Auch auf der Hafenstraße muss sie bereits verlegte Gehwegplatten überarbeiten.

Auf Nummer sicher gehen

Obwohl Verkehrsdezernent Stephan Keller noch vor Wochen betonte, dass der ausgewählte Betonbaustein vom Typ „Umbriano“ „äußerst robust“ sei, will er jetzt auf Nummer sicher gehen. Der Gutachter, der die jüngste Fehlerquelle ermittelt hat, soll auch prüfen, ob dem neue Altstadt-Pflaster auch Frost und Tausalz nichts anhaben können. Sozusagen ein Stresstest. Spätestens in einem Monat sollen die Ergebnisse vorliegen.

Bisher geht man aber im Rathaus davon aus, dass die Zusicherungen des Herstellers stimmen. Auch deshalb gebe es keinen Anlass, einen Baustopp zu verhängen. Sechs Wochen Pause wegen Lena und Interpack sind genug. Am Montag rücken die Bagger auf der Bolkerstraße an, um das neue pflaster vom Marktplatz bis zur Kapuzinergasse zu verlegen - und auch auf der Flingerstraße von der Kapuzinergasse bis Hunsrückenstraße.

Auch in Zukunft verschmutztes Pflaster

Weiterer Ärger mit dem neuen Baustein ist aber vorprogrammiert. Wie bereits berichtet, ist das Pflaster vor allem auf der Mertensgasse stark verschmutzt und hat sich teilweise schwärzlich verfärbt. Das liegt daran, dass sich ein fleckiger Schmierfilm auf dem Stein gebildet hat. Mit Absicht! Die oberste Schicht dieses Kunstharzüberzuges (der verschließt die Poren, damit der Stein den Dreck nicht „aufsaugt“) wird mit der Zeit verwittern. „Die Steine lassen sich dann besser säubern“, versichert Bernd Thomas. Doch ohne regelmäßige Grundreinigungen wird das Pflaster auch in Zukunft dreckig bleiben. Die Stadt überlegt daher , Pizza-und Pommes-Verkäufer als „spezielle Verschmutzer“ an den zusätzlichen Reinigungskosten zu beteiligen.

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