Mobilität

In Düsseldorf gibt es einige Vorbehalte gegenüber E-Scootern

Mit ihnen kann man flott unterwegs sein und sie sind handlich - trotzdem gibt es Vorbehalte.

Mit ihnen kann man flott unterwegs sein und sie sind handlich - trotzdem gibt es Vorbehalte.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Düsseldorf.  Einerseits sind E-Scooter eine umweltfreundliche Alternative zum Fahrrad, andererseits bergen sie ein großes Unfallrisiko. Eine Umfrage.

Elektro-Tretroller können hierzulande bald starten. Der Bundesrat machte unlängst den Weg für eine Zulassung sogenannter E-Scooter mit maximal 20 Kilometern pro Stunde (km/h) im Sommer frei – änderte aber wichtige Sicherheitsregeln: Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und Radwege nutzen, auch wenn sie auf langsameren Modellen unterwegs sind. Gehwege sollen für die neuen Gefährte zum Schutz von Fußgängern tabu sein. In Düsseldorf ist man nicht unbedingt begeistert von dem Verkehrsmittel.

CDU hat „bestimmte Vorbehalte“

Der Düsseldorfer CDU-Fraktionsvize und Vorsitzender der Verkehrswacht, Andreas Hartnigk, bezweifelt, dass es auf den Radwegen immer „zu freundschaftlichen Begegnungen“ kommen wird, will jedoch auch „erstmal abwarten“. Hartnigk sieht in den E-Scooter-Fahrern ein neues Unfallpotenzial und „mehr Unfälle haben wir uns als Verkehrswacht sicher nicht auf die Fahne geschrieben“. Der Christdemokrat wolle die Zulassung „nicht kaputt reden“, man habe aber „bestimmte Vorbehalte“, ließe sich jedoch auch „eines Besseren belehren“. Er könne sich aber auch vorstellen, dass noch einmal nachreguliert werden muss.

Für Lerke Tyra, Vorsitzende des Düsseldorfer Fahrradclubs ADFC, sind die neuen E-Scooter ein zweischneidiges Schwert: „Wir begrüßen grundsätzliche alles, womit kurze Autofahrten vermieden werden. Die neuen E-Scooter bieten da eine gute Option, um kurze Wege in der Stadt zu fahren.“ Doch Tyra sieht auch ein Problem: „Die Radwege in Düsseldorf sind jetzt schon sehr schmal und holprig. Ich habe die Befürchtung, dass es zu noch mehr Konkurrenz auf den Radwegen kommen wird. Zudem sind die Wege oft nicht gut ausgebaut und sind durch Wurzeln teils sehr holprig. Es muss sich zeigen, wie gut die E-Scooter damit klarkommen.“

Heiko Müller (GdP) sieht Tretroller in puncto Sicherheit kritisch

Die Zulassung der E-Scooter helfe auf jeden Fall weiter, die Umwelt zu schonen, meint Heiko Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP). Dennoch sieht er die Tretroller gerade in puncto Sicherheit kritisch – gerade wenn es um sogenannten „Begegnungsverkehr“ geht. Radfahrer haben mit den Radstreifen und -wegen einen gesonderten Raum im Straßenverkehr, wenn sich dort aber nun auch noch die E-Scooter-Fahrer tummeln, sieht Müller ein gesteigertes Unfallpotenzial.

Der Gewerkschaftler glaubt zudem nicht daran, dass sich unbedingt alle E-Scooter-Fahrer an das Verbot halten, nicht auf Gehwegen zu fahren, „das machen ja leider auch Radfahrer ab und an“. Ein Problem und eine Gefahr bei den Radwegen sei hingegen, dass diese oftmals in eine viel oder stark befahrene Straße übergehen. „Dort sehe ich ebenfalls ein großes Unfallrisiko.“ Für ihn müssen daher vorab Maßnahmen beschlossen werden, die „ein sicheres Fahren und Bewegen im Straßenraum für alle Teilnehmer gewährleisten“. Dies könnte etwa mit einer eigenen E-Scooter-Spur erreicht werden.

Für SPD „korrekte Entscheidung“

Für Ratsherr Martin Volkenrath, den Vorsitzenden des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, ist die Zulassung die „korrekte Entscheidung“: „Das bereichert die ganze Mobilitätsfrage“, meint Volkenrath, der darin auch eine gute Ergänzung zum Radverkehr sieht. Die Tretroller können flexibel benutzt werden und – zusammengeklappt – „gut in der Bahn transportiert werden“.

Die Rheinbahn schlägt in dieselbe Kerbe und bietet Schulungen an, um den richtigen und sicheren Umgang mit E-Scooter oder Elektromobil gerade in Bussen zu lernen. So möchte das Unternehmen dazu beitragen, mögliche Risiken oder Ängste im Vorfeld deutlich zu reduzieren. Bestandteil der Schulungen ist der Rechtsrahmen, da sowohl viele persönliche als auch technische Voraussetzungen gegeben sein müssen, um das Elektromobil mit in den Bus zu nehmen. Aber auch mögliche Gefahren und richtiges Verhalten an der Haltestelle und im Bus sind Teil der Schulung. Auch praktische Übungen kommen nicht zu kurz.

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