Kaugummi

„Habbu Babbu“: Eine Ausstellung, die kleben bleibt

Gesammelte Kaugummi-Kunst: Der Fotograf Wilfred H.G. Neuse möchte auf die Vermüllung aufmerksam machen.

Gesammelte Kaugummi-Kunst: Der Fotograf Wilfred H.G. Neuse möchte auf die Vermüllung aufmerksam machen.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  Der Fotograf Wilfred H. G. Neuse macht auf die Vermüllung durch Kaugummis in Düsseldorf – und in aller Welt – aufmerksam.

Wer aufmerksam durch die Straßen schlendert und hin und wieder seinen Blick gen Boden richtet, wird eines schnell feststellen: Überall kleben Kaugummis und ihre Reste. Für die Awista ein richtiges Ärgernis. „Wir rechnen immer grob damit, dass pro Kaugummi drei Euro an Kosten bei der Entfernung anfallen“, so Awista-Sprecher Ralf Böhme. Mit Personalaufwand belaufen sich die Kosten auf 150 Euro pro Stunde. Und es ist eben auch sehr aufwendig.

Früher Reinigung mit Spezialmaschine

Früher – zu OB Erwins Zeiten – habe es dafür ein Spezialfahrzeug gegeben, das sei aber zu kostenintensiv. Mittlerweile werden Kaugummis nur noch im Rahmen der normalen Straßenreinigung entfernt – wenn überhaupt.

Einer, der aber quasi die Kaugummis für sich entdeckt hat, ist der Künstler und Fotograf Wilfred H.G. Neuse. Der gebürtige Norddeutsche stellt ab kommenden Freitag, 20. September (Vernissage ab 19 Uhr), bis 20. Oktober, in den Räumlichkeiten von „Park-Kultur von D-Mitte“ an der Oststraße 118 seine Fotografien unter dem Titel „Habbu Babbu – Alles Kaugummi, oder was?“ aus. Zu sehen sind darauf viele Straßenabschnitte von Düsseldorf – aber auch aus aller Welt – mit achtlos ausgespuckten Kaugummis.

Erste Aufnahmen auf der Bismarckstraße entstanden

Seit 2016 präsentiert Neuse sein in Düsseldorf begonnenes Konzept „Looking back on future“ (Visualization Humboldt) zu den überall präsenten Kaugummiflecken. Dabei werden die realen, dokumentarischen Aufnahmen mit digitaler Modifikation zu reinen grafischen, ornamentalen Werken, die erst auf den zweiten Blick ihre Herkunft freigeben. Seine ersten Bilder sind dabei auf der Bismarckstraße entstanden.

Schirmherrin ist Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner. Auch für sie ist das Thema Kaugummiflecken im Rahmen der Stadtsauberkeit immer wieder hochaktuell. Umso wichtiger sei daher auch die Ausstellung – und ein Projekt der Awista den Schulen.

Das Entsorgungsunternehmen stellt Koffer mit allerhand nützlichen Informationen zusammen und zeigt den Kindern der oftmals 5. und 6. Klasse, wie schwierig es ist Kaugummis zu entfernen – oder lässt sie es mal selbst erleben. „Durch solche Aktionen hoffen wir natürlich auch Präventivarbeit zu leisten“, so auch Marina Spillner.

Die erste „Gum-Wall“ in Düsseldorf

Und noch etwas soll gegen den Kaugummi-Dreck helfen: Vor den Ausstellungsräumen an der Oststraße gibt es zudem eine echte Neuheit für Düsseldorf zu sehen: Seit vergangenen Samstag steht dort die erste „Gum-Wall“ (übersetzt Kaugummi-Wand) der Stadt. Bürger werden dazu angehalten, ihr Kaugummi nicht auf den Boden zu spucken, sondern ihn auf einen der humoristischen Emojis zu kleben. Wenn eins dieser Bilder voll ist, wird es ausgetauscht.

Bisher steht die „Wall“ nur an der Oststraße, für Spillner ist aber auch denkbar, sie auszuweiten. „Haltestellen wären gute Orte, da dort viele Menschen sind und vermehrt dort Kaugummis auf dem Boden landen“,so Spillner. Das müsse man aber wenn mit der Rheinbahn verhandeln.

„Habbu Babbu“ wird gefördert von der Landeshauptstadt Düsseldorf Bezirksverwaltungsstelle 1, der Rheinbahn, Awista und der Stadtwerke sowie der Gum Wall aus Mosbach und weiteren Kunstfreunden.

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