Landgericht

Geklautes Auto angezündet: Düsseldorfer bestreitet Vorwürfe

Die drei Männer fuhren in einem gestohlenen Audi A8 mit 200 km/h über die Autobahn, als plötzlich einer der Reifen platzte.

Die drei Männer fuhren in einem gestohlenen Audi A8 mit 200 km/h über die Autobahn, als plötzlich einer der Reifen platzte.

Foto: dpa

Drei Männer sollen zusammen einen gestohlenen Audi angezündet haben. Das Amtsgericht verurteilte sie. Ein 31-Jähriger geht nun in Berufung.

Die drei Männer hätten am 23. März 2018 lediglich eine kleine Spritztour machen und den Wagen anschließend wieder zurück in die Kfz-Werkstatt in Oberbilk bringen wollen, beteuerte der Angeklagte am Donnerstag im Landgericht Düsseldorf. Doch als auf der A43 bei Dülmen bei Tempo 200 plötzlich ein Reifen des gestohlenen Audi A8 platzte und der Wagen gegen die Leitplanke prallte, geriet die Lage außer Kontrolle. Der Kfz-Mechaniker und seine beiden Komplizen seien in Panik geraten, erklärte der 31-Jährige. Um den Diebstahl zu vertuschen, fuhren die Männer laut Anklage auf einen Pendlerparkplatz und zündeten den Wagen gemeinsam an.

Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte den Angeklagten am 25. März 2019 wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Seine beiden Komplizen im Alter von 22 und 25 Jahren erhielten eine Bewährungsstrafe von sechs bzw. acht Monaten. Der Angeklagte ging jedoch gegen das Urteil in Berufung. Seine Behauptung: Der 22- und 25-Jährige hätten den gestohlenen Wagen gegen seinen Willen angezündet. „Mein Mandat hat mehrmals gesagt, dass er die Idee überhaupt nicht gut findet und die Tat lieber seinem Chef beichten möchte“, sagte sein Verteidiger am Donnerstag.

Angeklagter kam für ein Drittel des Schadens auf

Doch seine beiden Komplizen hätten sich ihm widersetzt: „Die haben nicht auf mich gehört und sich dazu entschlossen, den Audi anzuzünden“, so der Angeklagte. Um mit der Tat nicht in Verbindung gebracht zu werden, habe sich der 31-Jährige vorzeitig vom Wagen entfernt. „Am Ende habe ich nur noch eine große Flamme gesehen“, sagte der Angeklagte. Zu diesem Zeitpunkt sei er schon 100 Meter vom Wagen entfernt gewesen.

Aber warum einigte sich der Angeklagte dann mit seinen Komplizen darauf, dem geschädigten Autobesitzer jeweils ein Drittel des entstandenen Schadens zu bezahlen, wollte die Richterin wissen. „Schließlich waren Sie ja nach eigener Aussage gar nicht für den Brand verantwortlich gewesen.“ Auch eine Aussage, die der 31-Jährige wenige Wochen zuvor im Amtsgericht tätigte, irritierte die Richterin: „Sie haben laut Protokoll gesagt: ‘Wir haben zu dritt entschieden, das Fahrzeug anzuzünden.’“

22-jähriger Komplize bestätigt Aussagen des Angeklagten

Der Angeklagte gab an, die drei Männer hätten sich nach der Brandstiftung darauf geeinigt, sich im Polizeiverhör nicht gegenseitig zu beschuldigen und den Tathergang ausschließlich in „wir-Form“ zu beschreiben. Außerdem gelte der Leitspruch „mitgefangen, mitgehangen“. Aus diesem Grund sei er für den entstandenen Schaden in gewisser Weise mitverantwortlich.

Sein 22-jähriger Komplize, der als Zeuge geladen war, bestätigte die Aussage des Angeklagten: „Es war allein unsere Idee. Er war am Ende gar nicht mehr da, als wir den Wagen angezündet haben.“ Erst nach der Tat hätten sie den Angeklagten an einer Landstraße getroffen. „Ich habe dann einen Freund angerufen und wir sind zurück nach Düsseldorf gefahren“, so der 22-Jährige.

Weil der zweite Komplize nicht zum Gerichtstermin erschien, ließ die Richterin den Prozess verschieben. Der Fortsetzungstermin wurde auf den 2. September gelegt.

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