COVID-19

Gedenken an die Düsseldorfer Corona-Toten

In der Andreaskirche im Andreasquartier wird bis zum 5. November täglich in den Gottesdiensten der Corona-Toten gedacht.

In der Andreaskirche im Andreasquartier wird bis zum 5. November täglich in den Gottesdiensten der Corona-Toten gedacht.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  In der Andreaskirche steigen Gottesdienste. Es gibt schwarze Schleifen als Zeichen der Solidarität. Zahl der Corona-Infizierten steigt.

Die Corona-Zahlen steigen in Düsseldorf weiterhin an. Insgesamt 5143 Düsseldorfer haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, aktuell sind es 797 Menschen. Wiederum 123 mehr als am Wochenende. Die Inzidenz liegt bei 146 (Vortag: 130,8). Von den Infizierten werden 86 in Krankenhäusern behandelt, auch diese Zahl ist weiter gestiegen. 16 Kranke liegen auf Intensivstationen. In den Krankenhäusern beobachtet man die Lage mit wachsamen Augen. Noch gibt es aber Kapazitäten.

Die Uniklinik hat 185 Intensivbetten

So stehen etwa in der Sana-Klinik Gerresheim für Covid-Patienten zwölf Intensivbetten zur Verfügung, in Benrath zehn. Es könnten aber noch weitere vier in Gerresheim und fünf in Benrath geschaffen werden, so Sprecherin Katharina Stratos. Momentan seien in den Krankenhäusern 21 Menschen untergebracht, die sich mit Corona infiziert haben, vier von ihnen liegen auf der Intensiv.

In der Uniklinik stehen mit insgesamt 185 die meisten Intensivbetten zur Verfügung. Davon sind 46 zurzeit nicht belegt, so Sprecher Tobias Pott. Momentan versorgt das Klinikum 23 Covid-Patienten, sechs von ihnen auf der Intensivstation. Sollten sich die Anzahl der Corona-Patienten drastisch erhöhen, wird man abwägen müssen, ob man die Kapazitäten für diese Patientengruppe erhöhen muss, so Pott weiter. Im Gegenzug könnte dann etwa im Bereich der planbaren Behandlungen die Kapazität wieder gedrosselt werden, wie es bereits im Frühjahr durch das Bundesgesundheitsministerium angeordnet worden war. Bisher sei davon aber nicht die Rede.

Andere Altersverteilung als im Frühjahr

Im Frühjahr sei zudem eine andere Altersverteilung zu beobachten gewesen, nun sei es mehr durchmischt, so Pott. Auch bei der Stadt sieht man die andere Altersverteilung bei den Corona-Patienten. Waren es zu Beginn der Pandemie vornehmlich ältere Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, sind es nun zunehmend auch jüngere Personen. So waren (Stand 23. Oktober) 110 Kinder im Alter von 0 bis einschließlich vier Jahren; 106 Kinder von fünf bis einschließlich neun Jahren; 100 Kinder von zehn bis 14 Jahren; 228 Jugendliche von 15 bis 19 Jahren; 392 junge Erwachsene von 20 bis 24 Jahren; 537 junge Menschen von 25 bis 29 Jahren; 935 Erwachsene von 30 bis 39 Jahren; 668 Erwachsene von 40 bis 49 Jahren; 709 Menschen im Alter von 50 bis 59 Jahren; 302 Menschen von 60 bis 69 Jahren mit Corona infiziert. 465 Menschen waren 70 Jahre und älter.

Im Alter von 0 bis 29 Jahren ist in Düsseldorf bisher niemand mit Corona verstorben. Mit 30 bis 39 Jahren und 40 bis 49 Jahren gab es jeweils einen Toten; vier Menschen waren zwischen 50 und 59 Jahre alt; zehn Menschen zwischen 60 und 69 Jahren und 39 Menschen waren 70 Jahre alt und älter.

Im November gedenkt nun die Dominikaner Kirche St. Andreas der Verstorbenen, besonders an Allerseelen. In diesem Jahr möchten sie dabei an die vielen Opfer der Covid-19-Pandemie erinnern und sich solidarisch zeigen mit den Angehörigen und Verwandten der Verstorbenen.

Gedenken in den Gottesdiensten

Dafür gedenken die Dominikaner bis zum 5. November täglich in den Gottesdiensten den Verstorbenen. Um der Solidarität Ausdruck zu verleihen, gibt es schwarze Schleifen mit einem „Covid-19“-Aufdruck, in der Kirche St. Andreas ist zudem ein riesiges Banner so gehisst, dass es den Hochaltar verdeckt und sich ein wenig an dem Hungertuch orientiert, so Pater Thomas Möller.

Für die Geistlichen selbst ist die Pandemie ebenfalls eine Herausforderung. Nicht nur, dass der Orden weltweit Brüder und Schwestern durch das Virus verloren hat, auch die Düsseldorfer treten vermehrt mit ihren Sorgen an die Kirche heran. Dabei geht es nicht nur um die Krankheit und den Tod, sondern „vielmehr um existenzielle Fragen wie ‘Wie sicher ist mein Job’“, so der Pater. Viele ältere Menschen fürchten sich aber auch vor der Isolation, etwa bei Quarantäne.

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