Restaurant-Führer

„Gault&Millau“ 2020: Das sind die besten Restaurants in NRW

Allgemein lobte der Restaurantführer die junge Generation dafür, dass ihnen die Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei.

Allgemein lobte der Restaurantführer die junge Generation dafür, dass ihnen die Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services (Archiv)

Düsseldorf.  „Gault&Millau“: Unangefochten an der Spitze bleibt das „Vendôme“ in Bergisch Gladbach. Auch an Rhein und Ruhr gibt es Spitzengastronomie zuhauf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Gourmetführer „Gault&Millau“ hat vier ambitionierte Köche zu Aufsteigern des Jahres in NRW ernannt. Die jungen Spitzenköche sind Daniel Gottschlich und Erik Schmitz vom Kölner Restaurant „Ox&Klee“ sowie Oliver Röder und Filip Czmok von „Bembergs Häuschen“ in Euskirchen. In der Deutschlandausgabe 2020 des Gastroführers erkochten sie sich 17 von 20 möglichen Punkten.

Das stehe für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung“, erklärte der „Gault&Millau“. Die Küchenmeister servieren Gerichte wie „Hahnenkamm mit Bohne, Mispel und Bonito“. Oder bringen zu „Auster und Kalbsherz“ einen Fichtenaufguss und das Allerweltskraut Gundermann auf den Teller.

Unangefochten an der Spitze aber bleibt Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach. Als „Produktfetischist und Meister im Dirigieren eines großes aromatischen Orchesters“ wird der 56-Jährige charakterisiert.

Seit nunmehr 11 Jahren führt er das Feld der Spitzenköche in NRW an mit 19,5 Punkten. Bundesweit haben nur acht Köche diese Höchstnote für Weltklasse-Restaurants. Die Kritiker würdigen seine beständige Kreativität und seine neuesten Gerichte, etwa Ente mit Blaubeerkompott, Schwarzwurzel und Ingwerjus.

Lob: Junger Generation ist Endlichkeit der Ressourcen bewusst

Hinter Eric Menchon vom „Le Moissonnier“ in Köln, der seit 2005 mit 18 Punkten den zweiten Rang hält, folgen insgesamt zehn Köche, die ihre 17 Punkte aus dem Vorjahr „mit inspirierten Gerichten“ verteidigten: Darunter sind auch Jürgen Köpp vom „Landhaus Köpp“ in Xanten („Steinbutt mit Langoustine, Pfifferlingen, luftigem Champagnerschaum und extrem reduziertem Kalbsfond mit süßem Portwein“) und Sascha Stemberg vom „Haus Stemberg anno 1864“ in Velbert („Raviolo vom geschmorten Kalbsschwanz mit Erbsen, Morcheln und geriebenem Käse auf einer Blutwurst, die mit ihrer Cremigkeit alle Elemente inniglich verbindet“) und Elmar Simon vom „Balthasar“ in Paderborn („glasierter Hummer auf samtig-weißem Blumenkohlpüree mit dem Kontrastprogramm von Couscous aus violettem, grünem und gelbem Blumenkohl, delikat aromatisiert mit Soja, Koriander und Sesam“).

Allgemein lobte der Restaurantführer die junge Generation dafür, dass ihnen die Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei. „Eine Küche, die die Schätze heimischer Natur hochachtet, die Saison respektiert und alles vom Tier und von der Pflanze verwendet, was essbar ist“, erklärte Chefredakteurin Patricia Bröhm.

Björn Freitag vom „Goldenen Anker“ darf sich freuen

Freuen kann sich Fernsehkoch Björn Freitag über die Wertung für seinen „Goldenen Anker“ in Dorsten. Die Tester lobten einen pochierten Schellfisch, der „kunstvoll“ in ein Geflecht von schmalen Zucchinistreifen gehüllt wurde. Freitag und Christoph Kaiser steigerten sich auf 16 Punkte. Das gilt auch für Dany Cerf vom „Le Flair“ in Düsseldorf.

Auf 15 Punkte verbesserten sich unter anderem Marc-Christoph Katler im „Vida“ in Dortmund und Mimo Tricchi in der „Villa Patrizia“ in Duisburg.

Die oft scharfzüngigen Tester des „Gault&Millau“ bewerteten 144 Restaurants in NRW. Im Vergleich zur Vorjahresausgabe wurden 28 Restaurants neu aufgenommen und 51 „langweilig gewordene“ gestrichen. Zu den neu eröffneten oder erstmals bewerteten Lokalen zählen unter anderem das „Café de Bretagne“ und der „Fleher Hof“ in Düsseldorf sowie das „Landhotel Voshövel“ in Schermbeck (alle 14 Punkte) sowie „Emil Grill&Meer“ und „Vida“ in Dortmund (13 Punkte).

Edel-Küchen in Köln und Düsseldorf

Ein paar Worte verlieren die Gourmet-Tester über Köln und Düsseldorf und ihre Edel-Küchen. In der Landeshauptstadt wurde „eine Art legere Küchenartistik“ festgestellt, die bis zu Streetfood auf Kochmützen-Niveau reiche. In Köln sollte es nicht allzu abgehoben schick zugehen, meinen die Tester. Selbst Spitzenrestaurants hätten selten gestärkte Tischdecken zu bieten. Es gebe auch solche, „die sich mehr nach geschmückter Studentenkneipe anfühlen“. (mit dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben