Parkgebühren

Diskussion ums Parken: Situation für Anwohner verbessern

Bald müssen Autofahrer mehr Geld in die Parkautomaten in der Düsseldorfer Innenstadt stecken. Die Gebühren steigen.

Bald müssen Autofahrer mehr Geld in die Parkautomaten in der Düsseldorfer Innenstadt stecken. Die Gebühren steigen.

Foto: Stephan Wappner

Düsseldorf.  Düsseldorf will die Parksituation für Bewohner mit einem neuen Konzept verbessern. Besucher sollen teilweise höhere Gebühren zahlen.

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Die Stadt will Anwohnern das Parken erleichtern. Das ist das Ziel des neuen Parkraumkonzeptes, das die Verwaltung derzeit ausarbeitet und am Donnerstag in einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Die Parkgebühren für City-Besucher sollen teilweise erhöht und an das Niveau anderer Städte angeglichen werden. Weil die Sitzungsvorlagen Anfang der Woche öffentlich wurden, sah sich die Stadtspitze harscher Kritik gegenüber.

Stadt plant neues Konzept

Anfang Februar, so der Zeitplan, soll die Vorlage dann im Stadtrat diskutiert und verabschiedet werden. Die Neuordnung der Gebühren sei jedoch nur Teil des neuen Konzepts, erklärte der Oberbürgermeister. Dazu gehöre auch ein neues Parkmanagement.

„Parken hat seinen Preis. Wir werden neue Zonen festlegen, wo das Parken bewirtschaftet werden soll. Das wird insbesondere da der Fall sein, wo es viele Fremdparker gib“ erklärte der Oberbürgermeister. „Denn wir wollen die Anwohner privilegieren, da sich für diese das Konzept des Anwohnerparkens nicht lohnen würde. Es kann auch nicht sein, dass Besucher mit dem Auto zum Kneipenbummel in die Stadt fahren und die Parkplätze blockieren, nach denen die Anwohner nach ihrer Rückkehr dann vergeblich suchen“, sagte Geisel weiter.

„Platz in der Innenstadt ist knapp und dies gilt vor allem für den öffentlichen Straßenraum. Dabei ist es richtig, hier Vorfahrt für Anwohner einzuräumen und von den konkurrierenden Besuchern einen angemessenen Preis zu verlangen. Das ist der Hintergrund, weshalb wir die Initiative ergriffen haben, im Bereich der gesamten erweiterten Innenstadt den Parkraum zu bewirtschaften“, erklärte er.

Dabei müsse man aber auch, im Hinblick auf die Verkehrswende, „unterscheiden, wer auf das Auto angewiesen ist und wer Alternativen hat“, betonte Geisel. „Wir wollen den Leuten nicht abgewöhnen, ihr Auto zu benutzen. Wir wollen ihnen auch nicht das Auto wegnehmen. Was wir wollen, ist Anreize schaffen, Alternativen zu benutzen. Wer das Auto nutzen MUSS, der soll auch privilegiert werden“, schloss der Oberbürgermeister.

Partner aus der freien Wirtschaft

Zu den wichtigen Neuerungen sollen eine neue Tarifstruktur mit glatten Euro-Beträgen pro Stunde und ausgedehnten Bewirtschaftungszeiten zählen, erläuterte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. „So wird beispielsweise der Nachttarif neu eingeführt, den die derzeitige Parkgebührenordnung nicht vorsieht. Die Parkgebühren bewegen sich dabei in gleicher Höhe wie in Stuttgart, Köln, Frankfurt und Berlin und fallen im internationalen Vergleich eher niedriger aus“, so Zuschke. „Das wird in das neue Konzept eingebracht. Dieses braucht aber noch Zeit, da wir auch private Parkhausbetreiber als Partner in der freien Wirtschaft ansprechen wollen, um in den Zonen diese Parkhäuser in das Konzept mit aufzunehmen“, sagte Zuschke weiter.

Das neue Konzept ist ein Baukasten. Die Bausteine funktionieren nur mit den anderen zusammen. Ab Frühjahr gelten dann die neuen Gebühren. „Das neue Parkmanagement wird aber noch etwas länger brauchen“, schloss Zuschke, und Thomas Geisel fügte hinzu: „Insgesamt ist das eine sinnvolle Sache. Wir sollten es belohnen, wenn jemand Alternativen nutzt und nicht die Innenstadt zuparkt.“

20.000 Anwohner-Parkplätze

Zur Zeit gibt es nach Angaben der Stadt rund 20.000 Anwohnerparkplätze. „Diese Zahl wird mit Sicherheit steigen“, prognostizierte Geisel. Anwohner können Anwohnerparkausweise auch weiterhin für eine Jahresgebühr von unveränderten 30 Euro beantragen. Wer seinen Ausweis im Internet beantragt, zahlt sogar nur 25 Euro.

Um Bewohnern das Parken zu erleichtern, sollen auch neue Bewohnerparkgebiete ausgewiesen werden, kündigte die Stadt an. Eines davon soll rund um Moorenplatz und Moorenstraße entstehen, wo besonders hoher Parkdruck bestehe, so die Stadt. Die Befreiung von Elektro-Autos soll derzeit jedoch nicht in die neue Parkraumordnung übernommen werden.

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