EuroGames

Elena Lipilina arbeitet für die EuroGames 2020 in Düsseldorf

Bundeskanzler-Stipendiatin Elena Lipilina aus Russland arbeitet für die EuroGames 2020 Düsseldorf.

Bundeskanzler-Stipendiatin Elena Lipilina aus Russland arbeitet für die EuroGames 2020 Düsseldorf.

Foto: EuroGames

Düsseldorf.  Elena Lipilina aus Russland findet, dass Projekte wie das schwul-lesbische Sportturnier auch in ihrer Heimat gebraucht werden.

Elena Lipilina ist begeisterte Sportlerin und freut sich bereits auf die EuroGames 2020, die vom 5. bis 9. August in Düsseldorf stattfinden. Die 34-jährige Russin hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Sportturnier. 2015 nahm sie erstmals an den Europameisterschaften für schwul-lesbische Sportler teil. Seither engagiert sie sich in ihrer Heimat gegen die Diskriminierung von nicht-heterosexuell Menschen. Ein heikles Unterfangen, schließlich weht der russischen schwul-lesbischen Community derzeit ein eisiger Wind ins Gesicht. Für ein Jahr arbeitet Elena Lipilina nun in Deutschland und unterstützt das Organisationsteam der EuroGames Düsseldorf – auch im Kontakt mit Teilnehmern aus Russland.

Turnierteilnahme veränderte ihr Leben

Vor sechs Jahren bekam Elena erstmals die Möglichkeit, mit ihrem Frauen-Basketballteam am Düssel-Cup teilzunehmen. Das Outreach-Programm ermöglichte damals wie heute Sportler aus Ländern, in denen nicht-heterosexuelle Menschen diskriminiert oder gar verfolgt werden, an einem eigenen Sportturnier teilzunehmen. In Düsseldorf engagiert sich Dirk Behmer federführend für dieses Austauschprojekt, wofür er 2016 mit der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW ausgezeichnet wurde. Im Jahr darauf nahmen Elena und ihr Team an den EuroGames 2015 in Stockholm teil, wo sie prompt die Bronzemedaille gewannen.

„Es hat mein ganzes Leben verändert“, sagt Elena. Nach den ersten Erfahrungen mit einem freien Lebensgefühl kehrte sie nach Russland zurück und gründete „Wamsport“, ein Sportprojekt nur für Frauen.

Gemeinschaft braucht positive Erfahrungen

Ein mutiger Schritt war auch ihr Engagement als Vorstandsmitglied des russischen schwul-lesbischen Sportverbandes. Denn Homo-, Trans- oder Bisexuelle stehen in Russland unter einem immensen staatlichen und gesellschaftlichen Druck. „Wir brauchen also wirklich Projekte wie die EuroGames, um der russischen schwul-lesbischen Gemeinschaft zu zeigen, dass es möglich ist, akzeptiert zu werden“, so Elena und weiter: „Wir brauchen diese positiven Beispiele und Erfahrungen, um dem Druck, den die Regierung auf uns ausübt, standhalten zu können.“

Lipilina leitet Sportkonferenz

2018 bewarb sich Elena Lipilina erfolgreich um das „Bundeskanzler-Stipendium“ bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, das Hochschulabsolventen aus dem Ausland eine einjährige Projektarbeit in Deutschland ermöglicht. Seit einiger Zeit arbeitet sie nun im Düsseldorfer EuroGames-Team mit. Hier hat sie die Leitung für eine Sportkonferenz zu den Themen „Frauen im Sport“ und „Integration“ übernommen, die an zwei Tagen vor Beginn der EuroGames in Düsseldorf stattfinden wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben