Kultur

Düsseldorfs Partnerstadt wird Europas Kulturhauptstadt

In Chemnitz steht eine Skulptur des Düsseldorfer Wahrzeichens. Der Radschläger wurde vom Düsseldorfer Künstler Franz Bößer gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk gestaltet.

In Chemnitz steht eine Skulptur des Düsseldorfer Wahrzeichens. Der Radschläger wurde vom Düsseldorfer Künstler Franz Bößer gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk gestaltet.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Düsseldorf.  Die Düsseldorfer Partnerstadt Chemnitz hat mit der Bewerbung „C the unseen“ die Jury überzeugt. Bundestagsabgeordneter Andreas Rimkus gratuliert.

Am Mittwoch gab die zuständige europäische Auswahl-Jury bekannt, dass die Stadt Chemnitz Deutschland als Kulturhauptstadt Europas 2025 vertreten soll. Die Freude nicht nur in der Düsseldorfer Partnerstadt ist groß. So gratulierte gestern sofort nach bekanntwerden der Entscheidung der Bundestagsabgeordnete und Düsseldorfer SPD-Vorsitzende Andreas Rimkus: „Herzlichen Glückwunsch an unsere Partnerstadt Chemnitz! Ich freue mich sehr für die Bürgerinnen und Bürger in Chemnitz, dass ihre Stadt sich unter allen deutschen Bewerberstädten durchsetzen konnte und damit Europas Kulturhauptstadt 2025 wird.“

Chemnitzer Motto überzeugte

Das Motto der Chemnitzer Bewerbung `C the unseen` richte den Blick auf Ungesehenes. Auf ungesehene Orte, Menschen und Talente innerhalb Europas. Für Rimkus war die Chemnitzer Bewerbung „ein starkes Bekenntnis für ein demokratisches und weltoffenes Europa, in dem gemeinsam für ein gutes Miteinander gearbeitet und gelebt wird“. Er dankte allen Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen und Institutionen der Partnerstadt und seinen Kolleginnen und Kollegen aus der Chemnitzer Politik, die zu dieser erfolgreichen Bewerbung beigetragen haben: „Ich freue mich schon heute auf die gemeinsamen Begegnungen und Gespräche, die im Rahmen der Chemnitzer Aktivitäten als Europas Kulturhauptstadt 2025 auch mit uns Düsseldorferinnen und Düsseldorfern stattfinden werden.“

Vor zwei Jahren Chaos in Chemnitz

Chemnitz war vor zwei Jahren tagelang im Ausnahmezustand gewesen, nachdem Daniel H. am Rande des Stadtfests von einem Asylbewerber erstochen worden war. Es folgten Demonstrationen, bei denen auch der Hitlergruß gezeigt wurde. Die Ereignisse des Sommers 2018 wurden genau wie brachliegende Flächen und leerstehende Häuser zunächst als Schwäche in der Bewerbung der drittgrößten Stadt in Sachsen betrachtet. Ob Wende, Strukturwandel oder jetzt die Corona-Pandemie: Mit Macher-Mentalität will Chemnitz aktiv werden.

Die Empfehlung der Auswahl-Jury für Chemnitz muss von Bund und Ländern in eine formelle Ernennung umgewandelt werden. Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien. In diesem Jahr können sich Rijeka in Kroatien und Galway in Irland mit dem Titel schmücken. Jüngste Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988). (gömi)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben