Konjunktur

Düsseldorfer Unternehmen sind stark verunsichert

Die Erwartungen für das laufende Jahr sind ernüchternd. Viele Unternehmen wollen keine neuen Ausbildungsplätze

Die Erwartungen für das laufende Jahr sind ernüchternd. Viele Unternehmen wollen keine neuen Ausbildungsplätze

Foto: Oliver Berg

Düsseldorf.   Die wirtschaftliche Lage 2018 wird im Vergleich zum Vorjahr schlechter bewertet – die Erwartungen wurden für das laufende Jahr abgeschwächt.

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Die wirtschaftliche Lage der Düsseldorfer Unternehmen ist solide, allerdings zeigen sich erste Abschwächungen in den Erwartungen 2019, so ein Ergebnis des Düsseldorfer Konjunkturmonitors 2019, der seit 15 Jahren jedes Jahr erhoben wird unter den Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft Düsseldorf. Insgesamt gaben im vergangenen Jahr 603 Mitgliedsunternehmen ihre Meinung ab, dies sind 41 Prozent aller Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft Düsseldorf (40 Prozent Metall- und Elektroindustrie, 20 Prozent Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, 7 Prozent Papier und 33 Prozent weitere Branchen).

Brexit und andere politische Krisen sorgen für Unmut

Die Gründe für eine Abschwächung der Konjunktur sind vielfältig: die politischen Krisen in der Welt, der bevorstehende Brexit, die zunehmende Protektion – dies sind laut dem Bericht nur einige Beispiele für das Umfeld, in dem die Düsseldorfer Unternehmen agieren müssen. Für Betriebe, die eine Exportquote von über 50 Prozent haben, seien die Herausforderungen ein ernst zu nehmendes Problem.

Die Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben bisher alle Widrigkeiten und Hemmnisse gemeistert. Dennoch seien die Bedingungen für den Handel etwas schlechter geworden: 48 Prozent (im Vorjahr: 78) der Unternehmen sprechen von einer „guten“ Geschäftslage. 41 Prozent (20) von einer „gleichbleibenden“ Geschäftslage. 11 Prozent (2) melden eine schlechte Geschäftslage. 7 Prozent (2) rechnen auch in den kommenden sechs Monaten mit schlechteren Geschäftsergebnissen. 34 Prozent (31) erwarten bessere Geschäfte. 59 Prozent (67) rechnen mit gleichbleibenden Erwartungen.

Negative Trends bei der Auftragslage der Unternehmen

Bei der Auftragslage zeichnet sich derselbe leicht negative Trend ab: 44 Prozent (78) der befragten Unternehmen geben eine gute und weitere 45 Prozent (20) eine befriedigende aktuelle Auftragslage an. Lediglich 11 Prozent (2) der Unternehmen sagen, die Auftragslage sei schlecht. Auch der Blick in die Zukunft des neu begonnen Jahres ist leicht getrübt: 89 Prozent (98) der Unternehmen rechnen mit einer guten bzw. einer befriedigenden Auftragslage in den kommenden 6 Monaten, 11 Prozent (2) befürchten, dass die Auftragslage einbrechen könnte.

Ebenfalls bei der Ertragslage zeichnen sich Probleme ab: 52 Prozent (56) der befragten Unternehmen nennen ihre aktuelle Ertragslage gut oder befriedigend 37 Prozent (42), „schlecht“ sagten in diesem Jahr noch 11 Prozent (2). Für die nächsten Monate schätzen 30 Prozent (20) der Unternehmen die Ertragslage besser oder gleichbleibend 56 Prozent (73) ein. Noch schlechter als bisher befürchten 14 Prozent (7).

Weniger Arbeits- und Ausbildungsplätze eingeplant

Bei der Beschäftigung gab es im Vergleich zum Jahr 2017 ebenfalls einen negativen Trend: 30 Prozent (41) aller befragten Mitgliedsunternehmen haben 2018 ihren Personalstand erhöht und 44 Prozent (53) unverändert belassen. Entlassungen haben sich mehr als verdreifacht: 19 Prozent (6). Neu mit in der Umfrage des Monitors auch der Punkt Eigenkündigungen. Diese haben einen Anteil von 7 Prozent.

Als Grund für die Neueinstellungen oder Kündigungen, nennen 26 Prozent (60) Mehrarbeit und 4 Prozent (7) Kurzarbeit. 60 Prozent (33) wollen ihren Personalstand im Jahr 2019 nicht verändern, 33 Prozent (66) aller Unternehmen möchten ihr Personal im Jahr 2019 aufstocken. 7 Prozent (1) der Unternehmen planen mit weniger Personal. Ähnlich ist die Einstellung beim Thema Ausbildung. Nahezu alle Unternehmen, 89 Prozent (100) wollen ihre Ausbildungsplätze entweder erhöhen oder zumindest unverändert belassen. 11 Prozent (0), wollen laut den aktuellen Planungen, keine Ausbildungsplätze anzubieten.

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