Fotomodel

Düsseldorfer Model Bernd Funke ist der ideale Onkel Doktor

Mit der Figur des Winzers, die der Düsseldorfer Bernd Funke für den Bildband „Photogenic Babyboomer“ verkörperte, hat sich der 55-Jährige einen Traum erfüllt.

Mit der Figur des Winzers, die der Düsseldorfer Bernd Funke für den Bildband „Photogenic Babyboomer“ verkörperte, hat sich der 55-Jährige einen Traum erfüllt.

Foto: Klaus von Kassel

Düsseldorf.  Bernd Funke ist nebenberufliches Model – und wird vor allem als seriöser Typ gebucht.

Eigentlich arbeitet Bernd Funke ja für eine Versicherung, vor zehn Jahren hat ihn der Job von Hannover nach Düsseldorf geführt. Bereits vor zwölf Jahren ist ihm in einem Kölner Café jedoch etwas Komisches passiert: „Jemand sprach mich an und fragte, ob ich mir nicht vorstellen könnte, Model zu werden. Ich würde einem bestimmten Typus entsprechen, der händeringend gesucht werde.“ Der heute 55-Jährige ging zum Casting – und wurde sofort genommen. Welchen Typ er verkörpern sollte, erfuhr Funke dann schnell: Professor, Apotheker, Arzt, auch Lehrer. Offensichtlich strahlt Funke eine intellektuelle Seriosität aus, denn seit diesem Tag wird der Düsseldorfer regelmäßig ein- bis zweimal im Monat über seine Agentur für Werbeaufnahmen oder TV-Spots gebucht.

Abwechslungsreicher Nebenjob

„Den jugendlichen Liebhaber werde ich wohl nicht mehr spielen dürfen, bereut habe ich diese Entscheidung trotzdem nicht“, sagt Funke. „Es ist der ideale Ausgleich zu meinem Beruf, man sieht viel, lernt neue Menschen und Orte kennen, hat Abwechslung. Die Midlife-Crisis ist jedenfalls, vielleicht gerade aus diesem Grund, an mir vorübergezogen“, erzählt der Derendorfer, der an der Frankenstraße wohnt. Sein Honorar schwankt je nach Dauer und Aufwand der Aufnahmen zwischen „ein paar hundert und ein paar tausend Euro“, der Arbeitgeber, die Zurich Versicherung in Köln, spielt auch mit, und noch ist Funke in einem Alter, in dem er dann eben doch nicht jede gesuchte Werbefigur verkörpern kann. „Beim Casting für ein Mittel gegen Blasenschwäche wurde ich abgelehnt – ich wirkte zu jung. Das hat mich dann doch ein bisschen stolz gemacht.“

Als Winzer im Bildband

Anders gesagt: Bernd Funke macht auch mit 55 durchaus noch was her, und das wird wohl auch ein Grund dafür gewesen sein, dass der Fotograf Klaus von Kassel ihn für einen Bildband ausgesucht hat, der die Babyboomer-Generation abbilden soll. Insgesamt 30 Models der Jahrgänge 1950 bis 1969 lichtete der Fotograf ab, mit Barbara Lutz war ein weiteres Model aus Düsseldorf dabei. Zu einem ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Foto wurde eine weitere Aufnahme hinzugestellt, bei der die Models selbst Location und Story bestimmen konnten. „Ich habe mich für den Winzer entschieden“, sagt Funke. „Ich trinke gerne Wein und bewundere, wie Winzer es mit ihrem Wissen immer wieder schaffen, einen vernünftigen Tropfen zu kreieren.“

Babyboomer-Models sind gefragt

Auf die Idee für den Bildband „Photogenic Babyboomer“ kam der Fotograf Klaus von Kassel bei einem Shooting mit Model Maggie Menges. Beide spekulierten darüber, wie viele mehr oder weniger professionelle Models es im Alter „50+“ wohl geben mag, und sie kamen zu dem Schluss, dass es sehr viel Sinn machen würde, dieser Generation ein eigenes Projekt zu widmen, mit Fotos und persönlichen Geschichten. „Werbung ist heute eben nicht mehr nur die Domäne junger Menschen. Im Gegenteil: Babyboomer-Models sind gefragter denn je. Sie dienen als Identifikationsfiguren für eine immer größer werdende Zielgruppe, die sich überhaupt nicht mit 20- bis 30-jährigen vergleichen möchte“, so Klaus von Kassel.

Models führten selbst Regie

Besonders die ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotografien spiegeln diesen Ansatz wider. Sie wurden mit einem einheitlichen Licht- und Kamera-Setting aufgenommen – sozusagen „gleiches Licht für alle“. Individuell sind dagegen die Farbfotos, in denen die Models selbst „Regie führten“ und sich so wie Bernd Funke ihren ganz persönlichen Wunsch erfüllen durften.

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