Radeln mit Maske

Düsseldorfer ADFC stellt Maskenpflicht für Radler in Frage

Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende ADFC Düsseldorf, lehnt die generelle Maskenpflicht für Radfahrer in der Landeshauptstadt.

Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende ADFC Düsseldorf, lehnt die generelle Maskenpflicht für Radfahrer in der Landeshauptstadt.

Düsseldorf.  „Was in Köln erlaubt ist, sollte in Düsseldorf nicht verboten sein“, sagt Lerke Tyra vom Düsseldorfer ADFC.

In Köln sind Radfahrer von der Maskenpflicht in markierten Bereichen des Stadtgebiets ausdrücklich ausgenommen. In Düsseldorf ist dies nicht der Fall. Hier gilt: Wo Fußgänger eine Maske tragen müssen, gilt dies auch für Radler. Der Fahrradclub ADFC stellt diese Regelung jetzt in Frage.

Stadtverwaltung wurde um Klärung gebeten

„Wir haben die Stadtverwaltung Düsseldorf um schnelle und verständliche Klarstellung gebeten“, so die stellvertretende Vorsitzende Lerke Tyra. „Fahrrad­fahrende können fast überall den Abstand von 1,5 Meter einhalten, vor allem, wenn sie auf der Straße ra­deln, wie zum Beispiel auf markierten Radfahr­streifen.“ Der ADFC begrüßt deshalb die Initiative der Stadt, beim Land NRW auf eine verständlichere und einheitliche Regelung zur Maskenpflicht zu drängen. „Der Schutz aller Menschen in unserer Stadt ist wichtig“, so Tyra, „aber wir fragen uns, warum Radfahrende in den aktuell markierten Stadtbereichen neben zu Fuß Gehenden ebenfalls der Maskenpflicht unterliegen.“

Denn: „Hierhin gehören beispielsweise auch die Friedrichstraße, die Kö, die Bilker Allee und weitere große Straßen, auf denen teils Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert sind“, erklärt Tyra weiter. Für viele radelnde Brillenträger stelle eine Maskenpflicht eine Gefahr dar, mahnt der ADFC, denn in der kalten Jahreszeit könne die Brille schnell beschlagen und die Sicht so extrem eingeschränkt werden. „Natür­lich geht Pandemieschutz vor“, erläutert Tyra. „Wo es nicht möglich ist, den Abstand einzuhalten wie im Fall eines der sehr engen Radwege neben dem Fußweg, schlagen wir die schnelle Aufhebung der Benutzungspflicht vor. So kann wahlweise legal auf der Straße geradelt werden – andernfalls eben mit Maske auf dem engen Radweg.“ Hierbei möchte der ADFC auch an die Eigenverantwortlichkeit der Radfahrer appellieren.

ADFC forderte Pop-Up-Bikelanes

Schon auf dem Höhepunkt der „ersten Welle“ im April hatte der ADFC die Stadtverwaltung gebeten, an viel besuchten Strecken Ampeln auf Rad- und Fußverkehr einzustellen und Fahrspuren temporär in – Pop-Up-Bike-Lanes genannte – ge­schützte Radstreifen umzuwandeln. So sollte ein Entstehen von Engstellen verhindert werden und eine Einhaltbarkeit des 1,5-Meter-Abstandes gewährleistet werden. Der ADFC betont, dass gerade auch weiterhin jetzt das Fahrrad eine sinnvolle Alternative für kurze und mittlere Distanzen sei. Das entspricht der Empfehlung der Stadt auf ihrer Corona-Internetseite.

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