Baustellle

Düsseldorf: Feueralarm in A 46-Tunneln nach Brückensperrung

Die Feuerwehr musste in den Tunnel und hatte große Mühe, im Stau voran zu kommen. Die Rettungsgasse war zu schmal.

Die Feuerwehr musste in den Tunnel und hatte große Mühe, im Stau voran zu kommen. Die Rettungsgasse war zu schmal.

Foto: Christoph Schröter

Düsseldorf.  Die Sperrung der Fleher Brücke führt zu einem Verkehrschaos: Zehn Kilometer Rückstau auf der A 46, zähfließender Umleitungsverkehr durch Bilk.

Am frühen Donnerstagmorgen staute sich der Verkehr auf der Autobahn 46 zwischen Wuppertal und Düsseldorf-Bilk auf einer Länge von zehn Kilometern, Autofahrer mussten für die Strecke eine Stunde länger einplanen als normal. Grund: Die Vollsperrung der Fleher Brücke, der komplette Autobahn-Verkehr Richtung Neuss wurde daher in und über Bilk umgeleitet.

Die Fleher Brücke ist seit Mittwoch gesperrt

Fünf Jahre soll die Sanierung der Fleher Brücke zwischen Düsseldorf und Neuss dauern. Seit Mittwochabend ist sie in Richtung Neuss komplett gesperrt. Von Süden her werden sämtliche Strecken genutzt, um der Staufalle zu entgehen. Dauerstau also auch in der Stadt – und noch sind Sommerferien, der Berufs- und Pendlerverkehr noch nicht einmal zu voller Stärke angewachsen. Auch der Schwerlastverkehr fuhr von der A 46 ab, und dann weiter an der Uni vorbei durch Bilk Richtung andere Rheinseite. Bis zum späten Abend zähfließender Verkehr.

Um 13.26 Uhr schlug im Werstener Tunnel dann auch noch die Brandmeldeanlage an. Das führt automatisch zur Sperrung des Tunnels, Auto- und Lkw-Fahrer werden aufgefordert, ihre Fahrzeuge und den Tunnel zügig zu verlassen. Erst nach einer Kontrolle durch die Feuerwehr konnte der Tunnel wieder freigegeben werden. Ein Feuer wurde nicht festgestellt, die Brandmelder hatten offenbar auf die Hitze reagiert, die durch die Fahrzeuge im Tunnel verursacht wurde.

Am frühen Abend gab es Alarm im Uni-Tunnel

Das Szenario wiederholte sich am frühen Abend, diesmal gingen vor dem Uni-Tunnel die Schranken zu. Die Feuerwehr hatte Schwierigkeiten, mit ihren Fahrzeugen durch den Stau zu kommen – zwischen zwei Lkw-Reihen ist kaum Platz für eine Rettungsgasse. Um den Tunnel möglichst schnell kontrollieren und freigeben zu können, machten sich die Feuerwehrleute teils zu Fuß auf den Weg. Als auch im Uni-Tunnel klar wurde, dass es sich um einen Fehlalarm – möglicherweise verursacht durch einen technischen Defekt – gehandelt hatte, wurde der Tunnel zwar wieder geöffnet – aber von Auflösung des Staus konnte keine Rede sein. Es ist „ein ziemliches Chaos“, kommentierte ein Polizeisprecher am Abend die Verkehrslage im und um den Düsseldorfer Süden.

Die Brücke bleibt Richtung Neuss noch bis Montag gesperrt

Die Fleher Brücke bleibt nach Angaben von Straßen.NRW in Richtung Neuss bis Montag komplett gesperrt. In Fahrtrichtung Wuppertal ist bis Freitagabend ein Fahrstreifen offen, dann wird auch diese Fahrtrichtung bis Montag komplett gesperrt. Die Vollsperrungen seien notwendig, damit Mittelstreifenüberfahrten fertiggestellt werden könnten, teilte der Landesbetrieb mit. Ab Montag werde dann der linke Fahrstreifen der Fahrtrichtung Wuppertal übergeleitet, um die Strecke für die Sanierungsarbeiten zu entlasten. Bei einer Hauptprüfung des Bauwerks, das aus den 1970er Jahren stammt,. waren Risse entdeckt worden, verursacht durch den Schwerlastverkehr.

Totalausfall der Fleher Brücke hätte verheerende Folgen

Für die Stadt, die in den beiden letzten Wochen der Sommerferien noch eigene Straßenbaumaßnahmen abschließen will, bedeutet die Sperrung eine Ahnung davon, wie sich der Totalausfall der Fleher Brücke auswirken könnte. Die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf hatte deshalb die Sanierung ausdrücklich begrüßt, die einer „Operation am offenen Herzen“ gleichkomme. Doch erst wenn sie geglückt und abgeschlossen sei, werde die Brücke „einer der wenigen noch funktionierenden Bypässe für den Verkehr im Rheinland“ sein, sagte Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen. Die Fleher Brücke werde „noch auf Jahre die für den Lastverkehr gesperrte Leverkusener Rheinquerung ersetzen müssen“. Jede weitere Einschränkung des Verkehrsnetzes durch Teil- oder Vollsperrungen von Brücken im Verkehrsnetz des Rheinlandes würden unweigerlich zum Verkehrsinfarkt führen.

Von dem fühlten sich die Düsseldorfer, insbesondere im Süden gestern nicht weit entfernt. Die offizielle Umleitungsempfehlung von Straßen.NRW führt zwar von der Ausfahrt Bilk über die Münchener Straße, den Südring, die Kardinal-Frings-Brücke (Südbrücke) und den Zubringer zur A57. Doch die Autofahrer suchen sich auch andere Umgehungen. Und nicht jeder Lkw-Fahrer nimmt den Hinweis ernst, dass der Schwerverkehr über 30 Tonnen einer eigenen Umleitungsstrecke folgen muss, weil eine kleine Südring-Brücke dafür nicht geeignet ist. Diese Fahrzeuge müssen auf dem Südring kehrt machen. (sg/ujr/gömi)

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