Gesundheit

Düsseldorf: Patienten müssen für Arzt-Bescheinigungen zahlen

Das Rezept gibt’s in Arzt-Praxen gratis – aber für andere Bescheinigungen nehmen Ärzte durchaus zusätzliche Gebühren.

Das Rezept gibt’s in Arzt-Praxen gratis – aber für andere Bescheinigungen nehmen Ärzte durchaus zusätzliche Gebühren.

Foto: Oliver Berg / DPA

Düsseldorf.  Wer ein Attest für den Arbeitgeber braucht, wird oft zur Kasse gebeten. Das zeigt ein aktueller Fall aus Düsseldorf. Die Kosten dafür variieren.

Manchmal können Arzt-Besuche etwas länger dauern – oder fallen in die Arbeitszeit. Umso wichtiger ist es für die Patienten, dass sie am Ende der Behandlung eine Bescheinigung über ihren Arztbesuch vorweisen können. Doch den lassen sich Ärzte schön bezahlen, wie eine NRZ-Leserin unlängst feststellte.

Ulrike Karpa hatte vor ein paar Tagen einen Termin in einer Düsseldorfer Orthopädie-Praxis. „Nach Ende des Besuchs, der gut 40 Minuten dauerte, wollte ich mir eine Bescheinigung über den Termin mit Uhrzeiten von – bis für meinen Arbeitgeber ausstellen lassen.“ Dafür sollte sie 5,60 Euro bezahlen. Sie erkundigte sich daraufhin bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Düsseldorf. Der Anruf ergab, dass Praxen grundsätzlich das Recht haben, solche Bescheinigungen, die sie von der Krankenkasse nicht erstattet bekommen, nach eigenem Ermessen im Rahmen der Gebührenordnung der Ärzte – in der Regel fünf bis zu zehn Euro – zu berechnen.

Gängige Praxis trifft Arbeiter besonders hart

„Ich finde diese gängige Praxis völlig unverhältnismäßig. Und sie trifft gerade die Leute besonders hart, die auf eine solche Bescheinigung angewiesen sind, da sie bei ihrem Arbeitgeber ihre Arbeitszeit minutengenau wegen Stempelkarten oder ähnlichen belegen müssen“, so die Düsseldorferin.

Auch gegenüber unserer Zeitung bestätigt die Kassenärztliche Vereinigung die Praxis. Dabei handele es sich quasi um eine Art privates Attest, so ein Sprecher. Vergleichbar wäre das mit einem Schulattest oder Reiseuntersuchungen.

Arbeitgeber kann Kosten erstatten

Doch die Kostenübernahme für eine Arztbescheinigung, die auf Verlangen des Arbeitgebers ausgestellt werde, gehöre nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, so eine Sprecherin der AOK Rheinland/Hamburg. Daher kann die Krankenhasse diese Kosten nicht übernehmen, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion bei der Krankenkasse.

Vielmehr werden solche Anwesenheitsbescheinigungen nach der privatärztlichen Gebührenordnung abgerechnet. Dennoch sei es möglich, dass der Arbeitgeber die Kosten erstattet. Das müsste allerdings der jeweils Versicherte beim Arbeitgeber selbst erfragen, so die Sprecherin weiter.

Einfacher Satz beträgt 2,33 Euro

Auch die Barmer in Düsseldorf verweist auf die gesetzliche Grundlage für die Kosten für kurze Bescheinigungen oder für ein „kurzes Zeugnis“ laut Nummer 70 der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Der einfache Satz beträgt dabei 2,33 Euro und kann unter bestimmten Umständen um den Faktor 2,3 (5,36 Euro) bzw. 3,5 (8,16 Euro) multipliziert werden, so ein Sprecher. In der Regel müssen die Kosten vom Patienten getragen werden. Die Krankenkasse kommt für die Kosten auf, wenn sie die Bescheinigung verlangt, so der Barmer-Sprecher weiter.

Bei der Ärztekammer Nordrhein indes spricht man hingegen von Gebühren zwischen 2,33 Euro und 5,36 Euro. In Ausnahmefällen könne das aber auch ein höherer Betrag werden, so eine Sprecherin. Dazu gehören etwa Gutachten. Die Gebühren werden dabei als ärztliche Leistung definiert. Sie selbst habe allerdings bisher nicht davon gehört, dass viele Ärzte auf diese Methode zurückgreifen. „Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen“, so Sprecherin. Dennoch sei das zulässig.

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