Mobilität

Düsseldorf: 78 E-Scooter-Unfälle und acht Schwerverletzte

Es gibt mittlerweile vier Anbieter der Elektro-Tretroller in Düsseldorf, dadurch aber auch immer mehr Unfälle im Stadtgebiet.

Es gibt mittlerweile vier Anbieter der Elektro-Tretroller in Düsseldorf, dadurch aber auch immer mehr Unfälle im Stadtgebiet.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Düsseldorf.  Seit Juni vergangenen Jahres gab es 78 Unfälle, an denen die elektronischen Tretroller beteiligt waren. OB Geisel droht den Betreibern.

Unfälle, ordnungswidriges Abstellen, Trunkenheit am Lenker: In Düsseldorf machen die E-Scooter immer mehr Probleme. Offenbar derart, dass die Betreiber aktuell mit ihrer Lizenz spielen. Diese Warnung sprach Oberbürgermeister Thomas Geisel beim Heimatabend der Derendorfer Jonges (NRZ von gestern) höchstpersönlich aus. Dem Rathauschef stößt vor allem übel auf, dass Vermieter bei Verstößen die Namen der Fahrer nicht preisgeben.

Vor Karneval steigt noch ein Runder Tisch

„Was die Weitergabe von Kundendaten angeht, müssen wir die Grenzen des Bundesdatenschutzgesetzes und der Datenschutzverordnung beachten“, erklärte am Mittwoch auf NRZ-Anfrage ein Sprecher des Berliner E-Scooter-Anbieters Tier, von dem aktuell 700 Fahrzeuge in Düsseldorf registriert sind. In jedem Fall sei eine Weitergabe höchstens dann möglich, wenn eine Ermittlungsbehörde beteiligt sei. Allerdings befände man sich im regen Austausch mit der Stadt, so der Sprecher weiter. „Schon nächste Woche ist der nächste Runde Tisch geplant.“

Es gibt mittlerweile vier Anbieter der Elektro-Tretroller in der Rheinmetropole. Den Anfang machte Tier im Juni 2019, Mitte August zog dann Lime aus San Francisco nach. Der dritte Anbieter, Voi aus Schweden, ist seit Mitte September in Düsseldorf vertreten. Seit Ende Oktober gehören auch die Fahrzeuge der kalifornischen Firma Bird zum Straßenbild der Landeshauptstadt.

Oft ist Alkohol im Spiel

Und die E-Scooter, die eigentlich eine sichere und umweltfreundliche Alternative zum Auto darstellen sollen, sind immer wieder an Unfällen beteiligt. Bis Ende 2019 zählte die Düsseldorfer Polizei 78 Unfälle. Die meisten Crashs (64) wurden von den Scooter-Fahrern selbst verursacht, bei 43 Unfällen gab es Personenschäden (8 Schwerverletzte), bei 38 blieb es lediglich bei Sachschäden. An der Hälfte der 78 Unfälle waren Pkw beteiligt, zudem gab es 28 Alleinunfälle der E-Scooter. Oft sei da auch Alkohol im Spiel, sagt Polizeisprecher Kim Freigang. Das Problem bei den E-Scootern: „Es ist noch nicht in den Köpfen vieler Nutzer angekommen, dass sich um ein Kraftfahrzeug handelt und nicht um ein Spielzeug, dass es eine Promillegrenze gibt, dass man nicht zu zweit auf dem Roller fahren darf, und, und, und.“ Es werde wohl noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis sich die E-Scooter in Düsseldorf etablieren, so Freigang.

Am 1. Januar ist nun in Düsseldorf die „Sondernutzungserlaubnis“ für E-Scooter in Kraft getreten. Die beinhaltet zahlreiche Vorgaben für die Betreiber, darunter vor allem Parkverbote. Zu den Verbotszonen gehören unter anderem Park- und Grünanlagen, Fußgängerzonen, Wald-, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Spielplätze, Friedhöfe, Rheinbrücken, Straßenbrücken oder unbefestigte Rheinuferflächen. Zudem gibt es eine Zwölf-Stunden-Frist für die Reaktion bei Verstößen. Zudem müssen die Anbieter von E-Scootern pro Jahr und Gerät 20 Euro Gebühr bezahlen. Die neue Erlaubnis soll zunächst nur bis zum 30. Juni 2020 gelten, um sie gegebenenfalls noch einmal zu verändern. Ansonsten „befindet sich im engen Austausch mit den Anbietern von E-Scootern“, so ein Stadtsprecher auf NRZ-Anfrage.

Betreiber können auch Nutzer von der Plattform sperren

Die Betreiber kämpfen indes um den Ruf ihrer Scooter. Das Unternehmen Lime etwa gibt alle Verwarn-, Buß- oder gar Strafgelder an die Nutzer weiter. „Bei groben oder wiederholten Verstößen werden Nutzer zudem von der Plattform gesperrt“, so ein Sprecher. Aktuell sollen Mieter wegen der Karnevalstage sensibilisiert werden: „Auf den Party- und Umzugsmeilen soll es zeitlich begrenzte Sperrzonen geben, ab denen ein differenziertes Fahr- und Parkverbot für Scooter gilt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben