Junger Politiker

Die steile Karriere des Moritz Körner

Moritz Körner (Mitte) wurde bei der konstituierenden Sitzung des Landtags Ende Mai 2017 offiziell als das mit 26 Jahren jüngste Landtagsmitglied begrüßt. Die Abgeordnetenrunde applaudierte, der Langenfelder FDP-Politiker verbeugte sich.

Moritz Körner (Mitte) wurde bei der konstituierenden Sitzung des Landtags Ende Mai 2017 offiziell als das mit 26 Jahren jüngste Landtagsmitglied begrüßt. Die Abgeordnetenrunde applaudierte, der Langenfelder FDP-Politiker verbeugte sich.

Foto: Federico Gambarini

Die FDP hat den Langenfelder Landtagsabgeordneten Moritz Körner zum NRW-Spitzenkandidaten für die Europawahl 2019. Der Junge macht sich...

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Langenfeld. Er ist jung. Er ist smart. Ehrgeizig, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Jetzt soll er als FDP-Spitzenkandidat vom Landtag ins Europäische Parlament einziehen. Ich erwische den Langenfelder Moritz Körner (FDP) zwischen zwei Abstimmungen im Plenum. „Kein Problem“. Körner geht in sein Büro, das er erst im Mai 2017 bezogen hat – als jüngster Landtags-Abgeordneter in Düsseldorf. Da war er 26. Wenn er im nächsten Jahr ins Europäische Parlament einzieht, vorausgesetzt er wird gewählt, ist er gerade mal 28.

Mit 18 in die FDP, mit 23 an die Spitze der Jungen Liberalen NRW, mit 26 in den Landtag und mit 28 im Europaparlament: Wie bleibt man da auf dem Teppich? „Ich hoffe, dass mir das gelingt“, sagt Körner. „Ich versuche zum Beispiel, einmal in der Woche an den Proben meines Chors teilzunehmen. Da bin ich dann einfach ,der Bass’.“ Oder an seinem Stammtisch. „Da bleibe ich ,der Moritz’. Neu Hinzugekommene bemerken dann erst später, welche Funktion ich habe.“

Körner ist überzeugter Europäer und glaubt an die Verantwortung der Jugend. „Wir brauchen mehr junge Leute in der Politik. Das gilt für den Landtag ebenso wie für das Europäische Parlament. Denn überall werden Entscheidungen getroffen, die mich und damit meine Generation betreffen.“ Dass Großbritannien aus der EU austritt, hält er für fatal, vor allem für junge Briten.

Aktuell hat die FDP drei Abgeordnete in Brüssel. Körner geht davon aus, dass es in der nächsten Legislaturperiode acht bis neun werden könnten. „Das Tief der FDP“, so hofft er, „ist überstanden.“ Daran habe er mitgearbeitet. „Ich habe die Jungen Liberalen in dieser Zeit geführt, und das habe ich offenbar gut gemacht.“ Dass der JuLi-Vorsitzende und Chef der Langenfelder FDP nach dem Landtagsmandat nun so schnell eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklimmen soll – mit dieser Option hatte er nicht gerechnet. „Aber wenn einige mich gern in Brüssel sehen wollen, dann übernehme ich die Verantwortung.“

Mit „einige“ ist etwa Alexander Graf von Lambsdorff gemeint. Den lernte Körner während eines Erasmus-Praktikums in Brüssel kennen. „Er hat mich darin bestärkt, Chancen zu ergreifen.“ Auch sein Fraktions-Chef im Landtag, Christof Rasche, unterstützt ihn. „Er traut mir viel zu.“ Das habe, sagt Körner, auch seine Entsendung in den Untersuchungsausschuss zum unzureichend überwachten Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri gezeigt.

Noch ist Körner weit genug davon entfernt, abzuheben. Seine Karriere habe er seinem Fleiß und dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. „Ein so junger Abgeordneter ist ein Gewinn für NRW und Europa“, bekräftigt Rasche.

Auch Johannes Vogel, Generalsekretär der FDP NRW, setzt auf Jugend. Alle Kandidaten seien „nicht nur überzeugte Europäer. Sie entscheiden sich bewusst für Europa als Zukunftsaufgabe.“

Auch wenn Körner das Landtagsmandat für Brüssel aufgeben würde, den Ortsvorsitz in Langenfeld behält er.

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