Kommentar

Die graue Stadt am Rhein

Foto: WAZ FotoPool

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Düsseldorf. Nachts sind alle Katzen grau - und deshalb demnächst wohl in der Altstadt unsichtbar. Sie passen sich dem künftigen Einerlei des Straßenpflasters ebenso an wie der Schmutz, der in die empfohlenen Pflasterplatten quasi vorbeugend farblich integriert ist...

Wenn Stadtplaner den Auftrag erhalten, ein ganzes Viertel durchzustrukturieren, neigen sie gern zum Pragmatischen: Vorrang für Ordnung, Sauberkeit, Einheitlichkeit, Aufwandsminimierung, Belastbarkeit und Barrierefreiheit. Und dann wird eben alles grau und glatt - weil jede andere Farbe eindeutige Lager von Befürwortern und Gegnern schafft - weil Geschmacksfragen polarisieren. Grau dagegen dämpft die Sinne. Es macht Städte x-beliebig.

Jetzt ist das Pflaster bunt, hat sichtbare Reparaturen, Versatzstücke und Vielfalt, schöne und häßliche Ecken, Ärgernisse (für Stöckelschuträgerinnen) und Charme - Altstadt eben. Gewiss, man darf sie auch verbessern, aber bitte nicht bis zur Gesichtslosigkeit.

Was ist daran zweckmäßig, wenn man Fahrradständer entfernt?

Warum ersetzt man überall grüne Hochbeete durch grauen Granit?

Ist Tristesse das Markenzeichen der Stadtplanung?

Die Diskussion ist eröffnet: mitten im quirligen Leben der Altstadt.

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