Ehrenamt

Die Bürgerhilfe Gerresheim kämpft gegen Kinderarmut

Hans Küster ist Mitgründer der Bürgerhilfe Gerresheim, die sich vor allem gegen Kinderarmut in dem Düsseldorfer Stadtteil einsetzt.

Foto: Kathrin Hettrich

Hans Küster ist Mitgründer der Bürgerhilfe Gerresheim, die sich vor allem gegen Kinderarmut in dem Düsseldorfer Stadtteil einsetzt. Foto: Kathrin Hettrich

Düsseldorf.  Einkleidungsaktionen, Gutscheine und Trainingsanzüge: Der gemeinnützige Düsseldorfer Verein engagiert sich für Kinder aus armen Verhältnissen.

Vor etwa 27 Jahren fasste Hans Küster (79) den Entschluss zu helfen. Grund dafür war eine verarmte Nachbarsfamilie mit drei Kindern, die sich nach dem Tod der Eltern in einer sehr schwierigen Lage befanden. So wurde er Mitgründer der Bürgerhilfe Gerresheim: Die heute etwa 500 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich für die Senioren des Stadtteils und für Kinder aus ärmlichen Verhältnissen. „Unser Ziel ist es die Kinderarmut in Gerresheim zu beenden“, sagt Hans Küster, der Vorsitzender des Vereins. Viele würden den Handlungsbedarf im Stadtteil unterschätzen.

So organisiert der Verein zum Beispiel Kindereinkleidungsaktionen. Schulen, Kindergärten oder Sportvereine können wegen Kindern aus ärmlichen Verhältnissen anfragen. Die Bürgerhilfe Gerresheim finanziert Gutscheine und besucht gemeinsam mit jedes Mal etwa 125 Kindern ein Kleidungsgeschäft, wo für eine neue Garderobe gesorgt wird. „Das ist echt bombastisch. Die Kinder sind sehr dankbar und man erlebt jedes Mal etwas neues“, erzählt Küster begeistert. Aber auch die Dankbarkeit der Eltern, die manchmal beim Anblick des Gutscheins in Tränen ausbrechen, sei sehr rührend. Bei der letzten Aktion waren auch das Prinzenpaar der Landeshauptstadt mit dabei.

Der gemeinnützige Verein finanziert sich komplett über Spenden. Die kommen von engagierten Privatpersonen und auch von Stiftungen: dazu gehört die Deutsche Bank Niederrhein Stiftung und die Ursula Rahman Stiftung, die sich international für die Bildung und Förderung von Kindern aus armen Verhältnissen einsetzt. „Wir brauchen jede Spende“, sagt Küster: „Denn die Armut ist in den letzten Jahren bedeutend größer geworden.“ Viele Kinder würden sich oft auch nach Jahren noch an ihn erinnern und ihn grüßen. „Da weiß man, dass man etwas bewirkt hat.“

Verein gibt auch viele Zuschüsse an Sportvereine, Kindergärten und Grundschulen

Zu dem Engagement des Vereins gehören auch zahlreiche Kostenzuschüsse und Spenden für Jugendgruppen von Sportvereinen, für Kindergärten und auch Grundschulen. Die Jugend des TuS Gerresheim bekam zum Beispiel letztes Jahr neue Trainingsanzüge. „Auch dieses Jahr haben wir viel auf dem Programm“, sagt der 79-Jährige. Dazu zählt auch die alljährliche Weihnachtsaktion gemeinsam mit Lesern der NRZ. Er freue sich jedes Mal sehr darauf, die glücklichen Kinder mit ihren gespendeten Geschenken zu sehen. „Ohne diese Aktion wäre es dunkel in Gerresheim. Schon im Sommer sprechen mich Eltern in freudiger Erwartung darauf an“, meint Küster.

„Die ehrenamtliche Arbeit ist nicht einfach“

Die ehrenamtliche Arbeit sei nicht einfach: „Viele Kinder kommen aus schrecklichen Familienverhältnissen. Das nimmt einen sehr mit.“ Küster möchte seine Arbeit aber nicht missen. „Am Ende des Tages komme ich erschöpft, aber auch freudig nach Hause.“

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