Flughafen Düsseldorf

Flughafen Düsseldorf: DSW trennt sich von Geschäftsführer

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Seit Monaten gibt es lange Staus vor der Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen. Jetzt gibt es personelle Konsequenzen.

Seit Monaten gibt es lange Staus vor der Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen. Jetzt gibt es personelle Konsequenzen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Seit Monaten gibt es Kritik an der langsamen Fluggastkontrolle am Flughafen Düsseldorf. Nun zieht das zuständige Unternehmen "DSW" Konsequenzen.

Das Sicherheitsunternehmen „Deutscher Schutz- und Wachdienst GmbH + Co. KG“ (DSW), das seit Juni 2020 im Auftrag der Bundespolizei die Fluggastkontrolle am Düsseldorfer Flughafen durchführt, trennt sich nach Informationen unserer Redaktion von seinem Geschäftsführer Peter Lange und dem zuständigen Niederlassungsleiter. Beide werden das „Unternehmen verlassen und sich anderen Herausforderungen stellen“, heißt es in einem internen DSW-Schreiben, das der Redaktion vorliegt. „Wir werden den Standort Düsseldorf einer umfangreichen Reorganisation unterziehen.“ Hintergründe zu der Trennung nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Der Niederlassungsleiter hat aus eigenem Wunsch gekündigt. Lange dagegen wurde geschasst. Die Gewerkschaft Verdi hat aber den Eindruck, dass Lange vor die Tür gesetzt wurde.Die Manager sind nach Informationen der NRZ noch bis Ende des Jahres angestellt, sollen aber bereits freigestellt sein.

Ausschlaggebend dürften die seit Monaten andauernden Komplikationen bei der Fluggastabfertigung am Düsseldorfer Flughafen gewesen sein, immer wieder kam es in der Abflughalle zu langen Warteschlangen von Passagieren. Zuletzt gab es Staus am Dienstag Vormittag. Die Wartezeiten lagen teilweise bei weit mehr als 40 Minuten.

Kontrollen am Flughafen Düsseldorf: Seit Monaten häufen sich Beschwerden

Peter Lange war bis Sommer 2020 bei dem Essener Sicherheitsdienstleister Kötter als Geschäftsführer. Bereits unter Kötter gab es am Düsseldorfer Flughafen immer wieder zu wenig Personal an den Sicherheitskontrollen. Und dadurch lange Wartezeiten. Passagiere verpassten dadurch sogar ihre Flüge. Nach einer Neuausschreibung, sicherte sich DSW zum 1. Juni 2020 den Auftrag der Fluggastkontrolle – und übernahm von Kötter auch Peter Lange als Geschäftsführer. Der versprach nach seinem Amtsantritt, dass man künftig nicht mehr über Probleme bei der Sicherheitskontrolle am Düsseldorfer Airport sprechen werden.
Doch es kam anders.

Seit Monaten häufen sich die Beschwerden – von genervten Fluggästen und überlasteten Mitarbeitern. Die Krankheitsquote bei DSW am Düsseldorfer Flughafen liegt bei 20 Prozent.

Ärger um Fluggastkontrolle: Innenministerium schaltete sich ein

Vor den Herbstferien hatten sich der Düsseldorfer Flughafen-Chef Thomas Schnalke und auch der Chef der Fluggesellschaft Tuifly kritisch über die Situation an der Fluggastkontrolle geäußert. Auch das Bundesinnenministerium hatte sich eingeschaltet. Mit Ferienprämien von bis zu 100 Prozent für die Luftsicherheitsassistenten (offizielle Bezeichnung der Kontrolleure) und aus Bremen herangeschafften Personal sollte die Situation am Düsseldorfer Flughafen in den Herbstferien entschärft werden.

Das klappte offensichtlich nicht, immer wieder bildeten sich in den vergangenen Wochen lange Schlangen wartender Passagiere vor den Sicherheitschleusen, die sich durch Checkin-Halle auf der Abflugebene zogen. Zuletzt am Dienstag Vormittag.

Gewerkschaftssekretär Özay Tarim, bei Verdi zuständig für die Luftsicherheitsassistenten, moniert seit Monaten die Situation am Düsseldorfer Flughafen. Die Trennung von DSW und Peter Lange bezeichnete er „als Tropfen auf den heißen Stein“, denn die Personalentscheidungen lösen nicht die Probleme für die Mitarbeiter am Flughafen. Tarim: „Denn die Hauptverantwortlichen sitzen weiterhin im Tower von Piepenbrock und DSW in Osnabrück.“ DSW gehört zum Osnabrücker Multi-Dienstleister Piepenbrock.

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