Warnstreik

Busse und Bahnen stehen in Düsseldorf wieder still

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf.

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf.

Foto: Volker Herold

Düsseldorf.  Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zum Warnstreik auf – dieses Mal gleich an zwei Tagen. Auch im Öffentlichen Dienst kommt es erneut zu Streiks.

Es wird heftig in Düsseldorf. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst am Montag und Dienstag (19. und 20. Oktober) erneut zu ganztägigen Warnstreiks ausgerufen.

An beiden Tagen ist insbesondere der Nahverkehr betroffen. Am Dienstag sind die Stadtverwaltung inklusive der städtischen Kitas, die Ver- und Entsorgung sowie der Gesundheitsbereich betroffen. Die Beschäftigten der Rheinbahn (an beiden Tagen), der Stadtverwaltung, der Rentenversicherung Rheinland, der Stadtwerke Düsseldorf, der Awista, des LVR-Klinikums Düsseldorf sowie der Sana-Kliniken (Gerresheim und Benrath) werden jeweils Dienstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Kaum Verhandlungsfortschritte

Viele Streikende treffen sich Montag im IHZ-Park an der Warschauer Straße zu einer Versammlung. Die Streikenden der Kliniken treffen sich vor dem Krankenhaus in Gerresheim. Diese Entzerrung von Streikversammlungen erfolgt wegen der strengen Corona-Verordnungen.

Die Streikenden der Rheinbahn bleiben auf ihren Betriebshöfen. Hier sind die Beschäftigten aller Bereiche zum Streik aufgerufen, weil es an keinem der beiden Verhandlungstische, weder mit dem Arbeitgeberverband KAV für den Nahverkehr in NRW noch mit dem Arbeitgeberverband der Kommunen (VKA) und dem Bund substanzielle Verhandlungsfortschritte gibt. „Wir wollen einen schnellen und ordentlichen Tarifabschluss, weil wir die Belastungen für die Bürger so gering wie möglich halten wollen,“ betont Stephanie Peifer, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper.

Ordentliches Ergebnis für alle Beschäftigten

Das Ziel sei, so Peifer, ein ordentliches Tarifergebnis für alle Beschäftigten zu erreichen, nicht nur – wie es der Rheinbahn-Chef angedeutet hat – für die unteren Entgeltgruppen. „Für die Fahrer ist endlich die abgesenkte Lohngruppe 5a abzuschaffen“, stellt Stephanie Peifer heraus. Diese vor zehn Jahren im Rahmen der Restrukturierung des öffentlichen Personennahverkehrs eingeführte Entgeltgruppe sei durch nichts zu rechtfertigen. Die Gewerkschafterin stellt aber auch klar, dass bei der Rheinbahn Beschäftigte in den Werkstätten, der Leitzentrale und in der Verwaltung dafür sorgen, dass der Bus- und Bahnverkehr in der hohen Servicequalität sichergestellt ist. „Aber der berechtigte Anspruch aller Beschäftigen auf materielle Verbesserungen wird mit dem Argument hoher Kosten versucht niederzureden,“ kritisiert Peifer.

Die Verdi-Forderungen

Die Arbeitgeber für den gesamten Öffentlichen Dienst (Bund und VKA) haben am Freitag schriftlich ein erstes Angebot zu Gehaltserhöhungen vorgelegt. „Diese angebotenen Lohnsteigerungen sind geradezu respektlos und die Laufzeit ist mit 36 Monaten eindeutig zu lang“, kritisiert Peifer. Das sei sehr enttäuschend und ein Ausdruck mangelnder Wertschätzung. „Von einem Durchbruch sind wir weit entfernt.“ Deshalb seien weitere Streiks im Vorfeld der dritten Tarifverhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober in Potsdam erforderlich. Verdi fordere insbesondere eine Einkommenserhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 Euro. (KG)

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