Rheinkirmes

Brücken-Verbot in Düsseldorf für Busse und Lkws

Ein Bus der Rheinbahn hatte sich am Freitag zwischen den Anti-Terror-Sperren aus Beton auf der Oberkasseler Brücke festgefahren.

Ein Bus der Rheinbahn hatte sich am Freitag zwischen den Anti-Terror-Sperren aus Beton auf der Oberkasseler Brücke festgefahren.

Foto: Foto:Christine Wolff-Auster/dpa

Düsseldorf.  Mehrere Fahrzeuge haben sich von der Oberkasseler Brücke kommend an den Betonblöcken festgefahren. Die Strecke ist nun für Großfahrzeuge gesperrt.

Die Poller am Luegplatz sollen für die Sicherheit der Besucher der Rheinkirmes sorgen. Doch am Freitag sorgten sie erst einmal dafür, dass sich ein Bus der Rheinbahn von der Oberkasseler Brücke kommend an den Betonblöcken fest fuhr (NRZ von Samstag). Auch für einen Lkw, der von der Luegallee kam endete die Fahrt erst einmal an den Pollern.

Sicherheitsvorrichtungen am Luegplatz

„So ärgerlich das auch für die betroffenen Fahrer gewesen sein mag, aber genau dafür stehen diese Sicherheitsvorrichtungen am Luegplatz“, erklärt Andreas Czogalla, Pressesprecher der Düsseldorfer Polizei. Diese sollen nämlich verhindern, dass Busse oder Lkws, von Attentätern gesteuert, über mehrere Hundert Meter volle Fahrt aufnehmen können, um dann in die Menschenmenge zu rasen, die gerade auf dem Weg von der Rheinbahnhaltestelle zur Rheinkirmes ist.

Bei solch einem Attentat in Nizza sind am 14. Juli 2016, dem französischen Nationalfeiertag, 86 Menschen getötet und über 400 verletzt worden. Bei einem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt im selben Jahr, kamen auf die gleiche Weise zwölf Menschen ums Leben, 56 wurden teils schwer verletzt.

Seither werden bei Großveranstaltungen in Deutschland schwere Betonklötze an den Zugangswegen zu Großveranstaltungen aufgestellt. Auch am Rheinufer stehen solche Poller permanent. „Diese Absperrungen so zu verrücken, dass Busse oder Lkws problemlos durchkommen, würde die Sicherheitsidee ad absurdum führen“, so der Polizeisprecher weiter.

Busfahrer von Gelenkbussen sollten schon vorher Brücke meiden

Die Rheinbahn hatte bereits vor dem Start der Rheinkirmes ihre Busfahrer angewiesen mit Gelenkbussen die Strecke über die Oberkasseler Brücke zu meiden. Jetzt hat sie diese Anweisung auch auf die Solobusse ausgeweitet. „Der steckengebliebene Bus vom Freitag war auf dem Weg in den Betriebshof Heerdt“, erklärt Heike Schuster von der Rheinbahn. „Er hatte deswegen auch keine Fahrgäste dabei. Zwar stand in seinem Wagenbuch, dass er die Oberkasseler Brücke meiden soll, aber er ist wahrscheinlich aus Gewohnheit einfach seine übliche Strecke gefahren.“ Ansonsten gibt es aber, außer der Nachtbuslinie 805, keine Buslinie, die über die Oberkasseler Brücke fährt.

Linie 805 fährt jetzt Ausweichstrecke

Aus diesem Grund lässt die Rheinbahn die Linie 805 bis Dienstag, 23. Juli, um 4 Uhr auf eine Ausweichstrecke fahren. Damit entfallen unter anderem die Haltestellen Barbarossaplatz und Luegplatz.

Bei den Anliegern sorgt die Missachtung des Lkw-Verbots für Unmut. „Die Staus auf der Luegallee sind fürchterlich geschäftsschädigend“, erklärt Jasmine Eickenhors, die auf der Luegalle ein Feinkost- und Käsegeschäft betreibt. Der Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 4, Rolf Tups, wirbt hingegen um Verständnis für die Absperrungen. „Wir müssen diese Absperrungen aus Sicherheitsgründen haben“, so Tups. „Es ist ja schlimm, dass wir das machen müssen, aber die Sicherheit der Besucher der Rheinkirmes geht nun einmal vor.“ Immerhin kämen täglich bis zu 400.000 Menschen auf die Rheinkirmes.

„Und diese Poller haben noch einen zweiten positiven Effekt. Sie verlangsamen den Pkw-Verkehr“, so Tups weiter. „Und das ist gerade während der Rheinkirmes sehr wichtig, weil dann am Luegplatz ständig sehr viele Menschen die Straße zwischen Rheinbahn-Haltestelle und Kirmes-Platz überqueren. ()

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