Abschiebung

Ausraster bei Abschiebung - Beschuldigter (19) verschwunden

Im Düsseldorfer Flughafen - hier ein Archivfoto - widersetzte sich ein 19-Jähriger seiner Abschiebung. Zur Gerichtsverhandlung konnte er nicht geladen werden, weil man nicht weiß, wo er sich aufhält.

Foto: Daniel Maurer / dpa

Im Düsseldorfer Flughafen - hier ein Archivfoto - widersetzte sich ein 19-Jähriger seiner Abschiebung. Zur Gerichtsverhandlung konnte er nicht geladen werden, weil man nicht weiß, wo er sich aufhält.

Düsseldorf.  Ein Mann aus Guinea hat durch eine Attacke die Abschiebung per Flugzeug verhindert. Zur Gerichtsverhandlung konnte er aber nicht geladen werden.

Ein 19-jähriger Mann aus Guinea, der seine Abschiebung im November mit Gewalt verhindert hat, ist gestern nicht zu seinem Gerichtstermin in Düsseldorf erschienen. Dort sollte er sich wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. "Ich habe ihn nicht laden können", räumte der Richter ein. Unklar blieb, ob der Aufenthaltsort des Mannes überhaupt bekannt ist. Zuletzt lebte er in einer Asylbewerberunterkunft in Kreuzau im Raum Düren.

Er saß am 16. November vergangenen Jahres bereits in einem Flugzeug der Eurowings von Düsseldorf nach Lissabon und sollte von dort in sein Heimatland Guinea abgeschoben werden. Zwei Polizisten begleiteten ihn, er trug Handschellen und setzte sich zwischen die beiden. Plötzlich, so die Beamten, sei er aufgesprungen, habe sich über die vordere Sitzreihe gebeugt und einen Fluggast mit den gefesselten Händen gewürgt.

Guineer wurde auch wegen Brandstiftung verurteilt

Der Angegriffene wurde dabei leicht verletzt. Zwar gelang es den Polizisten nach eigener Aussage, den Griff zu lösen, doch der Guineer habe um sich getreten, versucht zu schlagen, schließlich gebissen, als ihn ein Bewacher zu packen bekam. Als man ihn endlich am Boden fixiert habe, bereitete der Pilot der Auseinandersetztung ein Ende. Er machte von seinem Recht Gebrauch, Polizisten und Gefangenem den Transport zu verweigern: Die Gefahr sei ihm zu groß. Sie mussten von Bord.

Das Dürener Amtsgericht bestätigte auf Nachfrage, dass es den jungen Asylbewerber vier Monate später wegen Brandstiftung verurteilt habe. Das Urteil wurde zur Bewährung ausgesetzt, sei allerdings noch nicht rechtskräftig. Der 19-Jährige hatte eine Decke im Zimmer seiner Unterkunft angezündet. Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte, musste die Einrichtung erst einmal geschlossen werden. Die Stadt verteilte die 40 Bewohner auf andere Häuser.

Wo der Mann jetzt gerade sei, vermochte auch das Dürener Gericht nicht zu beantworten. Die Jugendgerichtshilfe in Düren, die sich vermutlich um ihn zuletzt gekümmert hatte, verwies auf ihre Schweigepflicht.

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