Open-Air-Park

Anwohner gegen Open-Air-Gelände an der Düsseldorfer Messe

Hier auf dem Messeparkplatz P1 soll das Open-Air-Gelände gebaut werden.

Hier auf dem Messeparkplatz P1 soll das Open-Air-Gelände gebaut werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Düsseldorf.  Die Anwohner im Düsseldorfer Norden lehnen die Pläne für das umstrittene Open-Air-Gelände an der Messe ab. Sie rechnen mit neuen Lärmbelastungen.

Die Anwohner im Düsseldorfer Norden lehnen die Planung eines Open-Air-Geländes auf dem Messeparkplatz P1 mehrheitlich ab, das wurde bei der „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ am Donnerstagabend deutlich. Unter dem Titel „Stadtplanung zur Diskussion“ präsentierte das Stadtplanungsamt unter der Leitung von Ruth Orzessek-Kruppa die erste Flächennutzungsplanung. Demnach gibt es derzeit zwei Varianten: einmal für größere Veranstaltungen mit mehreren Bühnen und einmal für kleinere Veranstaltungen mit bis zu zwei Bühnen.

Allein der Vorschlag der zweiten Variante für „kleinere“ Veranstaltung, führte zu Unmut im Publikum mit dem Hinweis, dass es für kleinere Veranstaltungen schon genug Fläche in Düsseldorf gibt. Erst fast gegen Ende der Infoveranstaltung erklärte die Stadtverwaltung, dass auch die vermeintliche kleinere Variante für bis zu 80.000 Menschen geplant ist.

Ebenfalls diskussionsreiche Themen waren die Bäume und der Schutz der heimischen Tierwelt. So fragte Andrea Vogelsang von der Baumschutzgruppe, wie die Stadt denn mit den Mäusebussarden umgehen will, die in den Bäumen auf dem P1 brüten. Schließlich sei auch für sie die geplante Konzert-Fläche mit zusätzlichem Lärm verbunden.

Tiere bereits an Fluglärm gewöhnt

Der beauftragte Landschaftsarchitekt Christoph Ibach geht davon aus, dass der zusätzliche Lärmpegel für die Tiere wenig problematisch sei, schließlich wären sie schon an den Fluglärm gewöhnt. Ein Lärmexperte hat für die Open-Air-Fläche eine Belastung von 70 bis 75 dB berechnet. Die nächste Wohnbebauung liege, laut Plan, außerhalb der 70 dB-Grenze.

Die Anwohner bezweifeln die Messungen. Fluglärm und Lärm durch 80.000 Festivalbesucher seien etwas vollkommen anderes. Einen vorherigen Lärmtest für die Tiere wird es indes nicht geben. Stattdessen soll ein Monitoring die Belastung für die Tierwelt feststellen. Das geht allerdings erst im laufenden Betrieb, das heißt, wenn das Festival-Gelände schon längst steht. Die Bürger befürchten, damit vor vollendeten Tatsachen gestellt zu werden.

Ähnliches befürchten die Bürger beim Thema Bäume: Alexander Führer von der Fraktion Tierschutzpartei/ Freie Wähler sagte: „Wir werden den Plänen in keiner Form zustimmen, sollte auch nur ein Baum gefällt oder umgepflanzt werden.“ Die Stadt hat vorgegeben, dass maximal 60 Bäume gefällt werden dürfen. Eine Ausgleichsfläche für 65 Bäume, die neu gepflanzt werden könnten, gibt es ebenfalls in dem Gelände. 60 Bäume wurden allerdings schon im Vorfeld des ursprünglich geplanten „Ed-Sheeran-Konzerts“ ausgegraben und werden in der städtischen Gärtnerei zwischengelagert.

Viele Bürger sehen in dem Open-Air-Gelände nur ein wirtschaftliches Interesse von D.Live, die eine Tochterfirma der Stadt ist. Die Verwaltung erklärte, nur Vorgaben der Politik auszuführen. Außerdem sei das Verfahren dazu da, Anmerkungen der Bürger mitzunehmen.

Schriftlich sind noch Anmerkungen bis zum 20. September möglich: Stadtplanungsamt Düsseldorf, Brinckmannstraße 5, 40225 Düsseldorf oder per Mail an bauleitplanung@duesseldorf.de

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