Zeugensuche

„Aktenzeichen XY“ zeigt am Mittwoch Mordfall aus Düsseldorf

Der Tatort an der Bachstraße im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt.

Der Tatort an der Bachstraße im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Düsseldorf/München.   ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ greift Düsseldorfer Mordfall auf. Die Polizei hat zum Gesuchten Ali S. schon viele Hinweise erhalten.

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Die Öffentlichkeitsfahndung nach dem mit einem Haftbefehl wegen Mordes gesuchten Ali S. zieht sehr schnell sehr weite Kreise. Am Mittwochabend wird auch die TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ (ZDF, 20.15 Uhr) über den Fall berichten und das Foto des Tatverdächtigen zeigen. Die Redaktion habe sich nach der Pressekonferenz am Dienstag bei der Düsseldorfer Polizei gemeldet und darum ersucht, sagt deren Sprecherin Anja Kynast. Die Behörde habe zugesagt: „Das hilft uns natürlich sehr.“ Es werde zwar wohl nur ein knapper Beitrag und auch ohne Studiogäste - Mordkommissionsleiter Guido Adler und Staatsanwalt Martin Stücker arbeiten schließlich mit Hochdruck an der Klärung des Falls - „aber besser kurz als gar nicht“, sagt Kynast.

Seit der Pressekonferenz, bei der auch der volle Name des Verdächtigen genannt worden war, seien bei der Düsseldorfer Polizei bereits sehr viele Hinweise auf den 44-Jährigen eingegangen, sagte Kynast. Ein Tipp, der die Ermittler zu seinem Aufenthaltsort führten könnte, sei aber nicht darunter gewesen. Da tappt die Polizei derzeit noch völlig im Dunkeln. Obwohl S. seinen Lebensmittelpunkt in Düsseldorf hatte und auch seine Familie hier lebt, sei nicht völlig auszuschließen, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat. Der iranische Staatsbürger war 2001 nach Deutschland gekommen, seit 2010 galt er als anerkannter Flüchtling.

Motiv könnte verschmähte Liebe sein

S. soll am Montagmorgen eine Frau auf offener Straße getötet haben. Die alleinstehende 36-Jährige hatte diverse Stich- und Schnittverletzungen erlitten. Sie hatte keine Chance: Von drei schweren Stichen wäre jeder einzelne für sich bereits tödlich gewesen. Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich offenbar zumindest flüchtig. Ein Motiv könnte verschmähte Liebe seitens des 44-Jährigen sein, der in einem Kiosk in der Nähe der Wohnung der 36-Jährigen arbeitete. Die "Bild-Zeitung" veröffentlichte am Mittwoch einen angeblich von dem Iraner geschriebenen Brief, der das nahelegt. Die Echtheit des Briefs bestätigte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft inzwischen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

S. könnte weiter im Besitz der Tatwaffe sein. Schon auf der Flucht soll er Passanten, die ihn verfolgt hatten, mit einem Messer bedroht haben. Zeugen, die ihn sehen, sollten daher auf keinen Fall eigenmächtig handeln, sondern sofort die Polizei unter dem Notruf 110 alarmieren.

Bei „Aktenzeichen XY“ war die Düsseldorfer Polizei bereits in den Juni- und Juli-Sendungen mit Fällen vertreten, dem spektakulären Einbruch bei einem Edelmetall-Händler am Neujahrsmorgen 2018 und dem Überfall auf einen Geschäftsmann im vergangenen Oktober, bei dem zwei Männer mehr als 40.000 Euro geraubt hatten. Etliche Hinweise gingen nach den Ausstrahlungen ein. Aber auch in diesen beiden Fällen war eine „heiße Spur“ noch nicht darunter.

Update 29.8.2018: Im Rahmen der Öffentlichkeitsfahndung hatte die Polizei auch den vollen Namen des Verdächtigen genannt und ein Foto von Ali S. veröffentlicht. Beides haben wir nach der Festnahme anderthalb Wochen nach der Tat aus den Berichten entfernt.

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