Abriss nicht ausgeschlossen

Was passiert mit dem Evangelischen Gemeindehaus Nette?

Gemeindehaus und Glockenturm waren bislang der Mittelpunkt der evangelischen Christen in Nette.

Foto: Stephan Schuetze

Gemeindehaus und Glockenturm waren bislang der Mittelpunkt der evangelischen Christen in Nette. Foto: Stephan Schuetze

Nette.  Ja, was geschieht denn nun mit dem evangelischen Gemeindehaus in Nette? Viele Gerüchte und Gedankenspiele machen schon lange die Runde. Wir haben beim Kirchenkreis Dortmund nachgefragt und sind möglichen Gerüchten auf die Spur gegangen.

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Die Idee klingt gut: Aus dem mittlerweile entwidmeten evangelischen Gemeindehaus in Nette wird ein Bürger- und Begegnungszentrum. Den Vorschlag machte die Bezirksvertretung Mengede bereits in ihrer Juni-Sitzung und formulierte auch gleich einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. Mittlerweile scheint diese Idee aber gestorben zu sein. Warum, darüber sprachen wir mit Michael Stache, dem Ständig Stellvertretenden Superintendenten des Kirchenkreises Dortmund.

Hallo, Herr Stache, stimmt es, dass der Evangelische Kirchenkreis gemeinsam mit der Stadt Dortmund den Antrag der Bezirksvertretung abgelehnt hat?

Der Kirchenkreis ist mit dem Thema nicht befasst, denn das Gebäude gehört der evangelischen Kirchengemeinde Nette. Aber wir begleiten die Gemeinde bei diesem Prozess, indem wir beratend tätig sind. Dass es einen solchen Antrag der Bezirksvertretung gibt, haben wir nur aus der Zeitung erfahren und von einigen Politikern. Erreicht, in schriftlicher Form, hat uns dieser Antrag aber nie.

Haben Sie oder Vertreter der Gemeinde denn mit der Stadt gemeinsam über die Möglichkeit gesprochen, aus dem Gemeindezentrum ein Bürger- und Begegnungszentrum zu machen?

Ja, wir haben auf unterschiedlichen Ebenen Gespräche geführt. Es gab darüber hinaus in der Vergangenheit zwei Gebäudebegehungen mit der Stadt Dortmund. Ein offizielles Angebot zur Übernahme des Gebäudes hat sich daraus aber leider nie ergeben.

Hätte die Gemeinde das Gebäude denn an die Stadt verkauft?

Wir sind offen dafür. Wenn jemand das machen möchte, warum nicht? Aber weder die Stadt noch ein anderer Investor hat sich bislang bei uns gemeldet. Was auch daran liegen mag, dass das Gebäude sehr marode und sehr groß ist.

Was passiert denn nun mit dem Gebäude?

Wir haben momentan eine offene Situation. Was bislang feststeht und ja auch schon bekannt ist, dass wir dort einen fünfzügigen Kindergarten bauen werden.

Reicht der Platz vor dem Gebäude dafür aus? Oder denkt die Gemeinde gar an den Abriss des Gemeindehauses?

Tatsächlich ist die Fläche für einen fünfzügigen Kindergarten recht knapp. Deshalb ist auch ein Abriss nicht ausgeschlossen.

Um auch Platz für Wohnbebauung zu schaffen?

Wohnbebauung ist nur eine der Optionen, wir sind auch für andere Ideen von möglichen Investoren offen.

Und das Schicksal des Glockenturms ist auch besiegelt, oder?

Ja, durch die Entwidmung des Gemeindehauses hat er seine Funktion verloren. Ohnehin ist er schon länger nicht mehr voll funktionsfähig, weil er bauliche Mängel hat. Wenn überhaupt, konnten wir nur eine einzelne Glocke läuten lassen. In eine Sanierung wird die Gemeinde nicht mehr investieren.

Was passiert mit den Glocken?

Die katholische Nachbar-Gemeinde hat Interesse an den Glocken bekundet. Wie weit die Überlegungen dort sind, weiß ich aber nicht. Generell ist das für uns eine sehr sympathische Option.

Wie geht es nun weiter?

Die Gemeinde muss sich nun weitere Planungsschritte überlegen, welche das sind, ist noch offen. Der Kirchenkreis wird sie weiterhin beratend begleiten.

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