Benefiz-Konzert am Samstag

Verein Dodog hilft Hunden von Obdachlosen

Ingo, Barbara Seibert und Yuki. Yuki ist japanisch und heißt übersetzt Schneeflocke.

Foto: Tobias Großekemper

Ingo, Barbara Seibert und Yuki. Yuki ist japanisch und heißt übersetzt Schneeflocke. Foto: Tobias Großekemper

Dortmund.  Wozu braucht ein Obdachloser eigentlich einen Hund, fragt man sich, wenn man vom Verein Dodog hört. Der Verein kümmert sich seit acht Jahren um die Hunde von Obdachlosen. Er hilft, sagen die Macher, den Hunden, um den Menschen zu helfen. Jetzt braucht er selber Hilfe.

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Dr. Barbara Seibert ist Tierärztin, vor acht Jahren gründete sie den Verein Dodog. Wenn man Seibert fragt, warum sie sich ehrenamtlich um die Tiere von Obdachlosen und Süchtigen kümmert, gibt sie eine Antwort, die im ersten Moment stutzen lässt. Sie tue das, weil sie Menschen helfen wolle. Tiere seien eine Motivation, sich für das Leben zu entscheiden.

Das hört sich nur im ersten Moment wie ein Kalenderspruch der Tierfreunde-Partei an. Und wer das nicht glauben mag, muss sich halt ein bisschen länger mit Seibert unterhalten. „Wenn man nur sich selber hat, ist es wesentlich schwieriger, seinem Leben eine Struktur zu geben, man ist ja nur für sich selber verantwortlich.“ Und es sei nun mal so, dass die Menschen am meisten Resonanz von Hunden bekämen, weil deren Sozialstruktur im Kern ähnlich sei.

Der Hund als Freund, der Hund zum Schutz

Ingo, der eigentlich anders heißt, aber hier Ingo heißen möchte, war selber viele Jahre obdachlos und schon damals hatte er einen Hund. Einen Schäferhund, und für den gab es noch einen ganz praktischen Grund: „Mit dem Schäferhund wurde ich nicht überfallen.“ Der Hund als Schutz, das war das eine, was Ingo an seinem Tier geschätzt hat. Das andere war, wie er sagt, die Verlässlichkeit, die er von seinem Tier erfahren hatte. „Ein Hund wertet nicht.“

Das mag sein, aber auch ein Hundeleben auf der Straße ist ein Leben auf der Straße. Gesund ist es nicht. Flöhe und Zecken, Würmer, häufiger Schnittwunden, das sind so die Dinge, die Seibert alle 14 Tage in ihrer speziellen Sprechstunde behandelt. Und diese Behandlungen kosten Geld. 10000 Euro würden im Jahr gebraucht, um die gut 40 Patienten alle 14 Tage zu versorgen.

Die Aufmerksamkeit für den Verein wurde geringer

Damals, als Dodog vor acht Jahren gegründet wurde, da hatte der Verein auch durch regelmäßige Fernsehauftritte eine breitere Öffentlichkeit. Doch die entsprechende Sendung gibt es nun auch schon länger nicht mehr, und irgendwann fand die Arbeit des Vereins nicht mehr genug Aufmerksamkeit, um regelmäßig Spenden zu generieren.

An dieser Stelle kommt Manfred Preuß ins Spiel. Er ist nicht obdachlos und hat auch keinen Hund. Dafür hat er ein Meerschweinchen namens Charlie und ist Kirchenmusiker in der Nordstadt.

Gekürzte Krallen und eine Idee

Als Charlie mal wieder die Krallen gestutzt wurden, kamen Frau Seibert und Herr Preuß ins Gespräch und am Ende gab es zu den gekürzten Krallen dann noch eine Idee: Eine musikalische Feierstunde für den Verein. Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen sehr kirchenmusikalisch an, aber Manfred Preuß ist sich sicher, dass die Musik ankommen wird.

Ein wenig Jazz sei dabei, Unterhaltung auch, und ja, ein wenig NGL. NGL steht für Neue geistliche Kirchenmusik, aber die Veranstaltung findet ja auch in der St. Joseph-Kirche in der Heroldstraße statt. Nach den Tönen kommen die Töpfe, wer kommen mag, bekommt danach noch eine warme Mahlzeit vom Pfefferkorn. Das Restaurant spendet häufiger für die Obdachlosenhilfe der Katholischen Kirchengemeinden in der Nordstadt.

Eingeladen sind am Samstag (11. November) prinzipiell alle Menschen, der Eintritt ist frei. Zwar sind auch Hunde herzlich willkommen, aber die Initiatoren glauben nicht, dass viele Obdachlosen mit ihren Hunden kommen werden. Schön wäre es, sagt Frau Seibert, wenn sich Menschen träfen, die sich für die Arbeit des Vereins interessieren würden und ihn unterstützen möchten. Mit einer Spende am Abend. Oder vielleicht einer Mitgliedschaft.

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