Umweltschutz

Umwelthilfe - Dortmund lehnt Böller-Verbot an Silvester ab

Symbolbild. Silvesterfeuerwerk setzt viel Feinstaub frei. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb Böllerverbote in mehreren Großstädten.

Symbolbild. Silvesterfeuerwerk setzt viel Feinstaub frei. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb Böllerverbote in mehreren Großstädten.

Foto: Tobias Kleinschmidt / dpa

Dortmund.  Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein flächendeckendes Böllerverbot in Großstädten. Die Stadt Dortmund lehnte das am Mittwoch ab.

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Die Stadt Dortmund hat die Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nach einem Silvester-Feuerwerks-Verbot in der Ruhrgebietsstadt offiziell abgelehnt. Seit dem Jahr 2014 würden die Grenzwerte der Verordnung für die Luftbelastung NRW-weit eingehalten. Das würden auch die drei Messstellen in Dortmund zeigen, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Eine akute oder abstrakte Gesundheitsgefahr in der Silvesternacht sei damit nicht rechtssicher nachweisbar, erklärte die Stadt. Im Übrigen gebe es bereits zwei besonders frequentierte Zonen in der Stadt mit Böllerverbot - aber aus Gründen der Gefahrenabwehr.

Umwelthilfe hat Böllerverbot für 31 Städte bundesweit beantragt

Die DUH hatte das Böller-Verbot zur Reduzierung des Feinstaubs für 31 Städte bundesweit beantragt. In NRW richten sich die Anträge an Köln, Hagen, Essen, Dortmund, Düsseldorf, Oberhausen, Bielefeld, Wuppertal, Gelsenkirchen und Aachen. Die DUH hatte auf Menschen mit Atemwegserkrankungen verwiesen und Verbote in Ländern wie Dänemark und Slowenien oder in der Stadt Paris angeführt.

In NRW war die Forderung aber nicht nur bei Kommunen, sondern auch bei der Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf wenig Begeisterung gestoßen: „Ich persönlich bin selbst zwar keine große Freundin von Feuerwerken, halte ein vollständiges Verbot aber für übertrieben“, hatte Heinen-Esser dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ gesagt.

Zu viel Feinstaub durch Silvesterknaller

Die Umwelthilfe argumentiert, dass bundesweit an Silvester innerhalb weniger Stunden die Feuerwerksböller rund 5000 Tonnen Feinstaub freisetzen. Die Menge entspreche etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.

In der Düsseldorfer Altstadt sind Silvesterknaller bereits seit ein paar Jahren verboten. Grund dazu war aber nicht Umweltschutz, sondern - wie in einem Teil der Dortmunder Innenstadt - die Sicherheit bei Feiern in der Silvesternacht. Auch bei der Stadt Essen sah man zuletzt keinen Grund, das von der Deutschen Umwelthilfe geforderte Böllerverbot aus Gesundheitsgründen zu verfügen. (mit dpa)

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