Neonazi-Mode

Brandschutz! Stadt Dortmund macht Thor-Steinar-Laden dicht

„Tønsberg“ heißt der Laden, der in Dortmund Kleidung der Marke „Thor Steinar“ verkauft.

„Tønsberg“ heißt der Laden, der in Dortmund Kleidung der Marke „Thor Steinar“ verkauft.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Dortmund.   Mit sofortiger Wirkung hat die Stadt Dortmund den umstrittenen „Thor Steinar“-Laden dicht gemacht. Vorangegangen war eine amtliche Begehung.

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Gut zwei Monate nach seiner Eröffnung ist der umstrittene „Thor Steinar“-Laden in Dortmund am Dienstag von der Stadt geschlossen worden. Grund seien erhebliche Brandschutzmängel, teilte die Stadt in einem Statement mit.

In Begleitung von Polizisten hatten Mitarbeiter des Bauordnungsamt das Geschäft in einem Hinterhof am Brüderweg in der Dortmunder Innenstadt begutachtet, teilte die Stadt mit. Dabei wurde auch „ein erheblicher Mangel an den Rettungswegen festgestellt“, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Geschäft sei „im Wege des Sofortvollzuges geschlossen und versiegelt“ worden.

Stadt Dortmund: Thor-Steinar-Ladenlokal war illegal

Als Grund für die festgestellten Brandschutzmängel nannte die Stadt eine Grenzwand zum Vorgebäude des Ladenlokals. Diese Wand habe Öffnungen, die unzulässig seien. Im Falle eines Feuers könnte Flammen in den anderen Gebäudeteil leicht übergreifen.

In dem Ladenlokal war laut Stadt zuvor eine Schreinerei. Die Räume als Ladenlokal zu nutzen, sei damit rechtswidrig. „Eine Baugenehmigung liegt dafür nicht vor“, berichtete die Stadt. Bereits am 9. Oktober habe die Stadt dem Ladenmieter die Nutzung untersagt, teilte die Stadt mit. Das Geschäft war allerdings in der Folge weiterhin geöffnet. Die Stadt hatte zudem 5000 Euro Zwangsgeld angedroht. „Auf diese Ordnungsverfügung hätte der Mieter bis spätestens 11. November reagieren müssen“.

Seit Wochen protestieren Bürger gegen das "Thor Steinar"-Geschäft

Ein Stadt-Sprecher verdeutlichte, dass die Stadt Dortmund nicht nur aus baurechtlichen Gründen gegen den Ladenbetrieb vorgehe, sondern auch vom Grundsatz her ein solches Geschäft nicht in der Stadt haben wolle. „Wir wollen keinen Antisemitismus und wollen auch nicht, dass er hier verbreitet wird“.

Der umstrittene Laden war im August eröffnet worden. Seitdem gibt es regelmäßig Protest linker Gruppierungen gegen das Geschäft, zuletzt am vergangenen Samstag und auch am Montag. Der Vermieter wollte sich zuletzt nicht äußern. Gegenüber dem WDR hatte er im Sommer gesagt, dass er den Mieter ebenfalls loswerden wolle. Er wolle von der politischen Gesinnung, die dahinter stecke, nichts geahnt haben. Nach Informationen des Senders läuft der Mietvertrag über fünf Jahre. (dae/epd)

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