Zehnte Auflage gefeiert

Kunst am Kern der Gesellschaft beim Sehfest

Der iranische Maler Davoud Safaraz (l.) erklärte den Gästen seine Kunst, über die er auch ein Buch geschrieben hat.

Foto: Dietmar Bock

Der iranische Maler Davoud Safaraz (l.) erklärte den Gästen seine Kunst, über die er auch ein Buch geschrieben hat. Foto: Dietmar Bock

Hörde.  Das Sehfest in Hörde hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Erstmals öffneten die Ateliers an zwei Tagen. Mit insgesamt 50 Künstlern an 25 Orten in Hörde und einem umfangreicheren Programm.

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Seit mittlerweile 2007 lädt das Kulturquartier Hörde immer im Herbst zum "Tag der offenen Ateliers" im Stadtteil ein. Dieses Mal gibt es nicht nur Einblicke in die Werkstätten der Künstler. Per geführtem, circa vierstündigem Kunstsparziergang geht es durch elf Ateliers. Ein kleines Lichterfest erhellt zudem den "Garten der Figuren" von Stefanie Becker, und für Kinder steht eine Fantasy-Malaktion an.

Bogen zwischen Iran und Deutschland

Geblieben ist der enge Kontakt zu den Kunstschaffenden aus den unterschiedlichsten Bereichen. Bei Kaffee, Kaltgetränken, Kuchen und anderen kleinen Leckereien entstehen schnell Kontakte, erzählen die Künstler von ihrer Arbeit.

Wie der iranische Maler Davoud Sarfaraz in seinem kleinen Atelier an der Seydlitzstraße. "Ich nutze alle Materialien, meist Acryl", berichtet er. Gefühle und Gedanken bestimmen seine Arbeiten. Die Freiheit, vor allem zwischen den Kulturen, ist sein Leitmotiv. "Ich bin immer am Kern der Gesellschaft", sagt der ehemalige Restaurantbesitzer. Sarfaraz spannt inhaltlich wie technisch einen Bogen zwischen seiner früheren Heimat Iran und seiner jetzigen in Deutschland.

Gemalte Träume

Igor Jablunowskij sorgt mit Wandmalerei für Aufsehen. Getreu dem Motto "Gemalte Träume" bringt der ukrainische Auftragsmaler Landschaften, Tiere, Menschen und Pflanzen realistisch auf Beton, aber auch auf seine meist großformatigen Bilder.

Abstraktes steht indes bei Beate Wolf im "Atelier Dreisam" im Vordergrund. Sie experimentiert mit Acryl und Öl, entwickelt ihre Werke meist in mehreren Schichten. Atelier-Kollegin Susanne Matull erstellt textile Bilder aus Filz, Stoffen und Garnen, während Peter Kröker den Menschen im Blick hat. Portraits malt der Mitorganisator des Sehfestes mit Acrylfarbe, Ölstift oder Sprühfarbe. Das in diversen Stilen, wie auf dem diesjährigen Sehfest-Plakat, das er schuf, zu sehen ist.

Liebeserklärung an Natur und Mensch

Marc Bühren, ein weiterer Organisator des "Tages der offenen Ateliers", präsentiert 3D-Zeichnungen und -Rauminstallationen aus Kunststoff, die durch ihre Tiefe wirken. Ferner wendet Bühren Eitempera, eine Mischtechnik mit Eiweiß und Eigelb, an. So gewinnen seine Tier- wie Alltagsmotive an Farbintensität.

Stefanie Becker stellt in ihrem Garten Plastiken aus Beton, Celan und Porzellan aus. Es ist ihre "Liebeserklärung an Natur und Mensch". Bildhauerin Christa Bremer formt geschwungene Bronze-Skulpturen. Sie zeigt damit Kraft, Anmut und Emotionen des Lebens. Das ist ganz im Sinne von Davoud Sarfaraz: Kunst am Kern der Gesellschaft.

INFO
- Das Kulturquartier Hörde ist ein lockerer Zusammenschluss vieler Künstler und Kulturschaffender in Hörde.
- Über 30 Aktive aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, Fotografie, Design, Kunsthandwerk, Kulturmanagement und Kunsthandel treffen sich regelmäßig.
- Seit der Gründung im Januar 2007 wird jährlich das Sehfest begangen.

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