Historische Gaststätte

Das neue "Treppchen 1763" am Phoenix-See hat eröffnet

Betreiberin Daniela Heller (l.) mit ihrem Küchen- und Serviceteam.

Foto: Felix Guth

Betreiberin Daniela Heller (l.) mit ihrem Küchen- und Serviceteam. Foto: Felix Guth

Hörde.  Eine der ältesten Gaststätten der Stadt trägt die Geschichte jetzt im Namen. Das Treppchen 1763 hat an der Faßstraße in Hörde eröffnet. Die neuen Betreiber haben große Ambitionen. Doch der Start verläuft nicht störungsfrei.

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Die ersten Gäste im "neuen" Treppchen waren in dieser Woche da, und sie gingen ersten Kritiken zufolge durchaus zufrieden. Tatsächlich ist vieles im Konzept in den historischen Räumen stimmig. Die Einrichtung ist unaufdringlich und bindet Besonderheiten wie die verzierten Fenster oder Fresken an den Wänden geschickt in das Innendesign mit ein. Der Gewölbekeller ist deutlich aufgewertet worden und ein besonderer Ort für gutes Essen.

Kulinarisch setzen die beiden Köche Kevin Ulrich und Denis Funke auf traditionelle deutsche Küche, die sie modern interpretieren und ausschließlich aus frischen Zutaten zubereiten. "Es sind zwei junge Köche, die sich ausprobieren und persönlich weiterentwickeln wollen", sagt Betreiberin Daniela Heller. Am Dienstag hatten die neuen Betreiber eine Reihe von Restaurantkritikern und Food-Bloggern zum Testessen geladen. Das einhellige Urteil über hausgebackenes Brot, Seeteufelmedaillons, Apfelchutney, Wildschweinfilet, Nussbisquit und mehr: Das hat Klasse. Die dem Phoenix-See-Umfeld durchaus guttut, in dem bisher überwiegend System-Gastronomie angesiedelt ist und nur wenige individuelle Küchen.

Schanklizenz fehlt noch

Was die Gäste nicht bekamen: ein Bier oder den passenden Wein zum Essen. Denn den Betreibern Daniela Heller und Oliver Schwanke (früher: Dimberger Glocke, Lennhof) fehlt noch die Schanklizenz vom Ordnungsamt der Stadt Dortmund. Ende August, so Heller, habe sie die Lizenz beantragt und die Zusage erhalten, dass sie bis zur Eröffnung vorliege. Das ist jetzt nicht der Fall - wie schon bei anderen Gastronomen am See (Caf Solo, Mu-Kii). Kenner der Gastronomie-Szene kritisieren die strenge Auslegung des Gaststättengesetzes, die es in anderen Städten nicht gebe.

Die Stadt Dortmund äußert sich auf Anfrage nicht zum konkreten Fall. Zum allgemeinen Genehmigungsverfahren teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter mit: "Voraussetzung für die Erteilung einer Erlaubnis ist die ,Zuverlässigkeit‘ des Antragstellers." Diese beruht auf Dingen wie Schufa-Auskunft, polizeilichem Führungszeugnis und persönlichen Gesprächen.

"Liegen die Voraussetzungen für eine Erlaubniserteilung nicht vor, scheidet eine Konzessionierung aus, und zwar unabhängig vom Standort oder der Historie des jeweiligen Betriebes. Zudem besteht kein Ermessensspielraum", sagt Löchter. Viele Gastronomen umgehen das, indem sie einen im Alltag nicht beteiligten Geschäftsführer benennen, der dann die Lizenz erhält.

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