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Dortmunds Hauptfriedhof — mehr als nur eine Ruhestätte

Kriegsgräber auf dem Hauptfriedhof in Dortmund.

Foto: Stefan Reinke

Kriegsgräber auf dem Hauptfriedhof in Dortmund. Foto: Stefan Reinke

Dortmund.  Von wegen Grabesstille: Dortmunds Hauptfriedhof ist viel zu schön, um dort nur der Toten zu gedenken. Die riesige Anlage im Osten der Stadt ist eine Augenweide. Der drittgrößte Friedhof Deutschlands ist auch beliebt bei Joggern — und die Stadt fördert sogar die Bewegung Friedhof.

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Der Dortmunder Hauptfriedhof ist eine der schönsten Parkanlagen der Stadt — und die drittgrößte Ruhestätte Deutschlands. Lediglich in Leipzig und Hamburg gibt es noch größere. In der Hansestadt hat das Grab von Hans Albers sogar eine eigene Bushaltestelle.

Das ist in Dortmund denn doch nicht nötig. Aber immerhin ist der parkähnlich angelegte Friedhof so groß, dass Besucher kostenlos Elektroautos mieten können. Denn weitläufig ist das Areal allemal und mit 118 Hektar die größte Grünanlage Dortmunds.

Schon 1912 wurde die Anlage geplant. Der Baurat Hans Strobel, der das Stadtbild Dortmunds maßgeblich geprägt hat, trieb dann die Einrichtung des Hauptfriedhofs voran. Das Ergebnis ist ein Friedhof mit drei Hauptachsen, die in Form breiter Alleen angelegt sind. Eine riesige Grünfläche ist das Herz der Anlage. Das 1921 eingeweihte Hauptgebäude wurde im Stil der "Neuen Sachlichkeit" erbaut und steht unter Denkmalschutz.

Kriegsgräber erinnern an die Weltkriege

Im hinteren Teil des Friedhofs befindet sich ein Mahnmal für die Dortmunder Toten der beiden Weltkriege. 3032 schlichte Steinkreuze markieren die Gräber der 3249 Beerdigten. Auch die Opfer der Karfreitagsmorde haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Leichname waren zuvor aus Massengräbern in der Bittermark geborgen worden und wurden dann auf dem Hauptfriedhof bestattet.

Abseits des eigentlichen Friedhofs befindet sich der so genannte Ausländerfriedhof. Dort erinnert ein Mahnmal an die ermordeten Dortmunder Juden. Außerdem ruhen dort 5698 ausländische Kriegstote, zumeinst Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Ausländer, die in der Wehrmacht gekämpft haben. Gesonderte Ehrenmale erinnern an sowjetische, polnische und jugoslawische Zwangsarbeiter.

Obwohl der Friedhof ein Ort der Trauer ist, ist er bei Hundebesitzern und Joggern gleichermaßen beliebt. Für Letztere steht in der Mitte der Anlage sogar ein Areal mit Fitnessgeräten bereit. Hobby-Botaniker schätzen den Friedhof wegen seines alten und zum Teil exotischen Baumbestands. Mehr als 8200 Bäume stehen auf dem Areal. Wegen seiner Größe wird der Hauptfriedhof nicht nur von Läufern, sondern auch von Tieren geschätzt. Seltene Amphibien haben sich genau so niedergelassen wie verschiedene Spechtarten, Mäusebussarde oder Turmfalken.

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