Nach ICE-Entgleisung

So laufen die Reparaturarbeiten am Hauptbahnhof Dortmund

Rund um die Uhr arbeiten etwa zwei Dutzend Menschen im Drei-Schicht-Betrieb daran, die defekten Gleise und Weichen im Hauptbahnhof Dortmund zu reparieren.

Foto: Stephan Schütze

Rund um die Uhr arbeiten etwa zwei Dutzend Menschen im Drei-Schicht-Betrieb daran, die defekten Gleise und Weichen im Hauptbahnhof Dortmund zu reparieren. Foto: Stephan Schütze

Dortmund.  Wegen des ICE-Unfalls Anfang Mai am Dortmunder Hauptbahnhof gleicht ein Teil des Bahnhofs einer Großbaustelle. So gehen die Arbeiten voran.

Material und Gerät sind Schwergewichte. Doch im Zusammenspiel ist Fingerspitzengefühl gefragt. Denn die Montage neuer Gleise und Weichen nach dem ICE-Unfall vom 1. Mai ist Millimeterarbeit.

Und deshalb ist der südliche ICE-Bahnsteig im Hauptbahnhof mit dem westlichen Gleisvorfeld zur Zeit auch eine Mischung aus Großbaustelle und Lagerplatz. Nach der Entgleisung des ICE bei der Einfahrt in den Bahnhof müssen auf einer Strecke von mehr als 200 Metern Gleise ausgetauscht, sechs Weichen erneuert und zwei repariert werden.

Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren - bei ansonsten normal laufendem Betrieb im Hauptbahnhof. Vier der sechs neuen Weichen sind schon eingebaut, erklärt Jörg Blöcher von der DB Netz AG. Am Dienstag war es Weiche 56, die in Höhe der Brücke Brinkhoffstraße 18 Tonnen schwer an einem Bahnkran einschwebte und vor Ort in einem frisch gemachten Schotterbett montiert wurde.

"Auf dem gesperrten Gleis 8 werden die aus dem Wittener Weichenwerk gelieferten Weichen überwiegend nachts vormontiert, damit sie dann am Tag eingebaut werden können", erklärt Blöcher.

1000 Tonnen neuer Schotter

Nebenan auf Gleis 7 rangieren die Bagger, die 1000 Tonnen neuen Schotter verteilen, und die Kranwagen, die die vormontierten Gleise und Weichen transportieren. Während an der frisch abgelegten Weiche 56 provisorische Laschen angeschraubt werden, um die Schweißarbeiten vorzubereiten, werden 50 Meter weiter westlich an der schon neuen Weiche 58 die Antriebe und Übertragungsgestänge montiert.

Alles muss ebenso gründlich wie schnell ablaufen. Etwa zwei Dutzend Leute sind deshalb im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr im Einsatz. Denn das ehrgeizige Ziel ist, dass die vom ICE-Unfall in Mitleidenschaft gezogene Strecke am nächsten Montag (22. Mai) wieder komplett in Betrieb genommen werden kann. Dann kann auch die Sperrung der Gleise 7, 8 und 10 aufgehoben werden. Und am jetzt noch gesperrten Bahnsteig warten keine Weichenantriebe mehr, sondern Bahn-Fahrgäste.

Die Suche nach der Unfallursache dauert derweil noch an.

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