Netz-Kampagne

Retter fordern mit emotionalen Videos mehr Respekt für ihren Einsatz

Ob bei schweren Unfällen (wie hier auf der A3 bei Bad Camberg/Archivbild) oder bei Bränden. Feuerwehrleute und Polizisten sind häufig schwierigen Situationen ausgesetzt, die auch emotional nicht spurlos an ihnen vorbei gehen.

Ob bei schweren Unfällen (wie hier auf der A3 bei Bad Camberg/Archivbild) oder bei Bränden. Feuerwehrleute und Polizisten sind häufig schwierigen Situationen ausgesetzt, die auch emotional nicht spurlos an ihnen vorbei gehen.

Foto: dpa

Dortmund.  Mit kurzen Filmen werben Feuerwehrleute und Polizisten für die Anerkennung ihrer Arbeit. Die neue Online-Kampagne heißt "Respekt?! Ja bitte!“.

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Feuerwehrleute und Polizisten sind hart im Nehmen. Das ist eine weit verbreitete Annahme, die nicht immer stimmt. Denn es gibt viele Situationen, die auch den Rettern und Helfern sprichwörtlich an die Nieren gehen. Mit menschelnden Kurzfilmen wollen zwei Gewerkschaften nun für Anerkennung werben. Motto der Aktion: "Respekt?! Ja bitte!"

Youtube Video Feuerwehr Respekt?! Ja bitte!

In mehreren Kurzfilmen, die in loser Reihenfolge im Netz veröffentlicht werden, wollen die Feuerwehrgewerkschaft DFeuG in NRW und die Kreisgruppe Dortmund der Polizei-Gewerkschaft GdP Einblicke in die Arbeit ihrer Kollegen geben und in das, was sie bewegt. Denn auch die Leute in Uniform sind nur Menschen.

Einsätze mit Kindern gehen vielen nahe

Im ersten Kurzfilm nimmt Hauptbrandmeister Oliver Kischlat von der Dortmunder Feuerwehr den Zuschauer mit an den Einsatzort eines Wohnungsbrandes und beschreibt, was den Feuerwehrleuten in solchen Situationen durch den Kopf geht. Insbesondere bei solchen Einsätzen sind sie häufig mit menschlichen Schicksalen konfrontiert.

„Um in dieser Situation wirkungsvoll arbeiten zu können, schieben wir die erstmal beiseite. Im Nachhinein kommen diese Sachen aber nochmal hoch und man beschäftigt sich tatsächlich damit.“ Insbesondere wenn Kinder betroffen sind, nimmt das viele Feuerwehrleute mit, berichtet der Hauptbrandmeister in dem Video.

In einem der kommenden Filme schildert eine junge Dortmunder Kommissarin, was in ihr vorging, als sie in den ersten Monaten nach ihrer Ausbildung mehrere tödliche Unfälle aufnehmen musste. "In dem Job wird als junger Mensch sehr früh mit dem Tod konfrontiert", so Maik Müller von der Polizeigewerkschaft GdP. Hintergrund dieses Clips sind aber auch die gestiegenen Einsatzzahlen wegen respektloser Gaffer an Einsatzstellen oder fehlender Rettungsgassen.

Videos sollen die menschliche Seite zeigen

Während es bei der NRW-weiten Woche des Respekts und anderen Aktionen darum ging oder geht, Angriffe auf Einsatzkräfte zu thematisieren, wählen die beiden Gewerkschaften mit ihren Filmen nun einen anderen Fokus: "Unser Ansinnen ist es nicht, die Kollegen als Opfer darzustellen", erklärt Maik Müller, der seinen Arbeitsalltag als Polizist auch mit den Drehen solcher Filme verarbeitet.

Er und seine Kollegen wollen die menschliche Seite in den Vordergrund rücken: „Wir wollen zeigen, was für eine verantwortungsvolle und wichtige Arbeit die Kollegen leisten. Wer das begreift, zollt Polizisten und Feuerwehrleuten automatisch Anerkennung“, erklärt der Polizeibeamte. Erst einmal ist die Aktion ausschließlich im Internet präsent und auf NRW beschränkt, gleichwohl Müller und seine Kollegen wissen, dass es sich um eine bundesweite Problematik handelt.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Dortmunder GdP mit einem emotionalen Video auffällt. 2017 hatte die Polizeigewerkschaft einen Weihnachtsspot produziert und damit allen Kollegen gedankt, die an den Feiertagen im Dienst sind.

Die Kampagne "Respekt?! Ja bitte!“ bei Facebook und bei Instagram.

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