Straftaten

Polizeibilanz soll Sicherheitsgefühl der Dortmunder stärken

In Dortmund ist die Zahl aller Straftaten rückläufig. Dennoch nimmt die Öffentlichkeit das so nicht wahr. (Symbolfoto)

In Dortmund ist die Zahl aller Straftaten rückläufig. Dennoch nimmt die Öffentlichkeit das so nicht wahr. (Symbolfoto)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Dortmund.  Die Polizei Dortmund zeigt auf, dass die Zahl aller Straftaten rückläufig ist. Mehr Anzeigen gibt es jedoch bei den Sexualstraftaten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit einer Halbjahresbilanz für 2019 zeigt die Polizei Dortmund auf, dass die Zahl der Straftaten in Dortmund und Lünen in der ersten Hälfte des Jahres weiter gesunken ist.

Bei Facebook suchte die Polizei Dortmund das Gespräch mit den Nutzern, um herauszufinden, warum die Fakten und und das subjektive Sicherheitsgefühl nicht übereinstimmen. Die Nutzer diskutierten rege. Die meisten blieben bei der Meinung, dass „alles immer schlimmer“ wird.

Positive Entwicklung auch in der Dortmunder Nordstadt

Damit setze sich ein seit vielen Jahren anhaltender Trend fort, der für das persönliche Sicherheitsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger relevant sei, so die Dortmunder Polizei. Die Halbjahresbilanz zur Gesamtanzahl der Straftaten sei aber eindeutig: Die Zahlen entwickeln sich positiv.

Wurden in der ersten Jahreshälfte 2016 noch mehr als 43.000 Straftaten angezeigt, so liege diese Anzahl im Zeitraum Januar bis Juni 2019 bei über 32.000 Delikten. Die aktuelle Entwicklung im Halbjahresvergleich zeige, dass die intensive Arbeit der Polizei und ihrer Sicherheits- und Projektpartner zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheitslage geführt hat.

Die Zahlen der ersten Halbjahre 2016 und 2019 in der Übersicht:

Gesamtkriminalität:

  • 2016: 43.587
  • 2019: 32.464

Gewaltkriminalität:

  • 2016: 1711
  • 2019: 1278

Straßenkriminalität:

  • 2016: 11.114
  • 2019: 6742

Wohnungseinbruchsdiebstahl:

  • 2016: 2074
  • 2019: 818

Raub auf öffentlichen Wegen und Plätzen:

  • 2016: 250
  • 2019: 152

Taschendiebstahl:

  • 2016: 3378
  • 2019: 1374

Eine positive Entwicklung zeigt sich laut Polizei Dortmund auch in der Dortmunder Nordstadt. Dort seien die Zahlen aller Straftaten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 25 Prozent gesunken (5178 auf 4409). Bei den Raubüberfällen ist ein Rückgang von 39 Prozent zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquote für Dortmund und Lünen lag im Juni 2019 bei 58 Prozent - das ist der höchste Wert seit Jahrzehnten und ein Ausweis guter Arbeit. Die Aufklärungsquote der Polizeiwache Nord liegt in der ersten Jahreshälfte 2019 bei 65 Prozent.

Öffentlichkeit nimmt Rückläufe nicht wahr

Doch auf öffentliche Debatten nehmen diese Rückläufe offenbar keinen weitreichenden Einfluss, so die Polizei. Polizeipräsident Gregor Lange: „Immer wieder ist in Internet-Kommentaren zu lesen, dass in früheren Jahren alles besser gewesen sei. Mit Blick auf die Straftaten können wir jedoch sagen, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren schlechter waren als heute. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger dem Rechtsstaat vertrauen können. Er funktioniert, er setzt Grenzen und verdient Vertrauen. Misstrauen sollten jedoch diejenigen erfahren, die ausschließlich auf den Faktor Angst setzen.“

Die Polizei weist aber auch darauf hin, dass es in bestimmten Bereich auch steigende Fallzahlen gibt. Bei den Sexualstraftaten seien die Zahlen von der ersten Jahreshälfte 2016 an mit 254 auf 409 Fälle. Gründe dafür seien eine Änderung im Strafgesetzbuch sowie gesellschaftliche Debatten und die „Nein hießt Nein“-Kampagne der Dortmunder Frauenberatungsstelle. Sie ermutigen Opfer von Sexualstraftaten oder sexualisierter Gewalt, die Täter anzuzeigen. (red)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben