Alfred-Adler-Schule

Vom Fußball-Profi zum Schulleiter

Wolfgang Euteneuer ist heute der Schulleiter der Alfred-Adler-Schule.

Wolfgang Euteneuer ist heute der Schulleiter der Alfred-Adler-Schule.

Foto: WR

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Jungferntal.Mitte der 70er Jahre verdiente Wolfgang Euteneuer seine Brötchen als Fußball-Profi beim früheren Bundesligisten VfL Bochum. Seine hochkarätigen Gegner damals: Die legendären Felix Magath (Hamburger SV), Wolfgang Overath (1.FC Köln) und Rudi Assauer (SV Werder Bremen) - um nur einige Starkicker zu nennen. Heute - gut 35 Jahre später - leitet Sonderpädagoge Euteneuer die Alfred-Adler-Förderschule im Jungferntal. Eine bewegende, außergewöhnliche und hierzulande beispiellose Biografie.

Am 1. September 1955 in Bad Berleburg geboren, zieht er mit der Familie zwei Jahre später nach Witten. Wolfgang Euteneuer entdeckt in der Ruhrstadt schnell seine große Leidenschaft zum Fußball.

Talent früh erkannt

In seiner Jugendzeit kickt er für den Traditionsverein FC Witten 92. Mit großem Erfolg. Späher entdecken sein Talent. Der verdiente Lohn lässt nicht lange auf sich warten. Euteneuer, seinerzeit im zarten Alter von 16 Jahren, erhält eine Einladung. Absender: Sportschule Kaiserau - Auswahltraining. Sein Trainer damals: Der spätere Manager des VfL Bochum, Klaus Hilpert. Euteneuer spielt nach der Jugendzeit zunächst in der Amateurmannschaft des VfL. Seine Position ist das defensive Mittelfeld. 25 Akteure umfasst der Kader. Doch nur einer rückt auf in die Profimannschaft des VfL - Wolfgang Euteneuer. „Natürlich“, sagt er heute rückblickend, „war es eine wunderbare Sache, einen Profivertrag in den Händen zu halten.“ Im Januar 1975 wird es ernst. Der erste Bundesligaeinsatz im altehrwürdigen Bremer Weserstadion steht an. Bochums Trainer Heinz Höher bringt den aufstrebenden jungen Mann in der 73. Minute. Bringt alles nichts. Der VfL geht bei den Hanseaten mit 1:4 unter. Weitere Kurzeinsätze folgen. Gegen den HSV, RW Essen, Hannover 96 und den 1. FC Köln. Euteneuers Problem: Die Adduktoren wollen nicht so, wie er will. Verletzungen und Operationen werfen ihn zurück. Dazu setzt VfL-Trainer Höher im Abstiegskampf auf erfahrene Kämpen wie „Ata“ Lameck oder Jupp Tenhagen. Im dritten Profijahr will er weg. Westfalia Herne zeigt Interesse. Der Wechsel scheitert allerdings an der Ablösesumme von 100000 DM. Apropos Geld: Euteneuer konnte von dem Gehalt, das er beim VfL verdiente, gut leben, wie er heute sagt: „Ich habe im Monat 3000 DM verdient. Das kann man selbstverständlich nicht mit den Gehältern der Profis von heute vergleichen.“ Parallel zu seinem Fußball-Dasein baut er sich ein zweites berufliches Standbein auf. Er studiert in Dortmund Sport und Sonderpädagogik, hat 1979 das Examen in der Tasche und erhält an der Hasenclever-Förderschule in Gevelsberg eine Anstellung. Nebenbei spielt er für den Oberligisten VfL Gevelsberg. 29 Jahre bleibt er der Schule als Lehrer treu, bevor er im letzten Jahr die Leitung der Alfred-Adler-Förderschule übernimmt. Hier fühlt er sich pudelwohl: „Kollegium und Schulleitung arbeiten hervorragend zusammen. Das wirkt sich positiv auf das Klima aus.“

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