Kriminalität

Neonazis nach Kirchenbesetzung wieder auf freiem Fuß

Die Reinholdikirche in der Dortmunder Innenstadt.

Die Reinholdikirche in der Dortmunder Innenstadt.

Foto: imago/Hans Blossey

Dortmund.   Rechtsradikale wurden nach Besetzung der Reinoldikirche in Dortmund festgenommen. Am Samstag kamen sie frei. Die Ermittlungen gehen weiter.

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Nach einer Kirchenbesetzung in Dortmund sind acht vorläufig festgenommene Rechtsextremisten wieder auf freiem Fuß. Haftbefehle seien nicht beantragt worden, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. An der Aktion waren laut Polizei sieben Männer und eine Frau zwischen 24 und 38 Jahren beteiligt. Sie stammten nicht nur aus Dortmund, sondern auch aus Chemnitz, Wuppertal und Düsseldorf. Zudem wurden im Umfeld der Kirche drei weitere Dortmunder Rechtsextremisten (24, 32, 61 Jahre) in Gewahrsam genommen.

Die polizeibekannten Mitglieder einer Neonazi-Gruppierung hatten am Freitagabend die evangelische Reinoldikirche in der Innenstadt besetzt und vom Turm aus islamfeindliche Parolen gezeigt und Pyrotechnik gezündet. Die Polizei räumte die Kirche und beendete die Aktion.

Ermittlungen in mehreren Punkten

Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole sowie des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, weil Leuchtfeuer entzündet worden waren.

Die evangelische Stadtkirche in Dortmund hat die illegale Besetzung der Reinoldikirche scharf verurteilt. "Wir empfinden es als Respektlosigkeit, unsere Kirche für rechte Propagandazwecke zu missbrauchen. Hier ist kein Platz für Rassismus", sagte der Superintendent der Stadtkirche, Ulf Schlüter, am Samstag.

Zugang zum Kirchturm bleibt geöffnet

Die Aktion der Rechten sei eine Perversion dessen, wofür Kirche stehe, nämlich für Frieden, Gebet, Versöhnung und Verständigung, sagte Schlüter weiter. Die Kirche und der Zugang zum Turm blieben in der Adventszeit weiter für alle Menschen geöffnet. "Wir werden keine Kontrollen einführen, aber verstärkt darauf achten, wer zu uns herein kommt."

Laut Schlüter setze die evangelische Kirchenarbeit in Dortmund seit Jahren ein klares Zeichen gegen Rechts und werde das auch weiter tun. (mit dpa)

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