Dortmunder Dezernentin

Landesregierung will Jägers nach Düsseldorf holen

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Hat einen Job im Blick: Rechtsdezernentin Diane Jägers zwischen Baudezernent Martin Lürwer (l.) und Stadtdirektor Jörg Stüdemann.

Hat einen Job im Blick: Rechtsdezernentin Diane Jägers zwischen Baudezernent Martin Lürwer (l.) und Stadtdirektor Jörg Stüdemann.

Foto: Dieter Menne Dortmund

Dortmund.  Mehr als vier Jahre lang hat Diane Jägers in der Stadtverwaltung die Fäden für Recht und Ordnung gezogen. Jetzt will die Dezernentin davonziehen, die auch maßgeblich die Flüchtlingskrise gemanagt hat. Für die Stadt Dortmund wäre das ein Verlust. Doch sie könnte gleichzeitig mehr Einfluss in Düsseldorf gewinnen.

Viele hatten schon kurz nach der Landtagswahl damit gerechnet. Jetzt verdichten sich die Gerüchte: Dortmund könnte eine Säule in der Verwaltungsspitze verlieren – und dafür mehr Einfluss in Düsseldorf gewinnen. Diane Jägers (CDU), fraktionsübergreifend geschätzte Rechts- und Ordnungsdezernentin, hat ein Angebot aus der Landesregierung bekommen.

Nach Informationen unserer Redaktion möchte Ina Scharrenbach, Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, die 56-jährige Juristin als Abteilungsleiterin für Gleichstellung in ihre Behörde holen. Vor der Kabinettsentscheidung müsste noch der Landespersonalausschuss seinen Segen geben. Der tagt Ende November.

Jägers soll in Düsseldorf eingebunden werden

Diane Jägers will das nicht kommentieren. Der CDU-Kreisvorsitzende Steffen Kanitz sagt nur so viel: „Im Moment ist noch nichts spruchreif. Aber es ist kein Geheimnis, dass es bei der Landesregierung den Wunsch gibt, Diane Jägers in die politische Arbeit in Düsseldorf einzubinden.“

Jägers, so Kanitz, habe sich große Kompetenz in kommunalen Belangen wie Sicherheit und Ordnung erarbeitet. Das sehe man auch in Düsseldorf so. Wie berichtet, ist die CDU-Dezernentin Mitglied in der Sicherheitskommission um Wolfgang Bosbach, die die NRW-Regierung in Sicherheitsfragen beraten soll.

In Dortmund die Flüchtlingskrise gemanagt

In den viereinhalb Jahren, die Diane Jägers Herrin über Recht und Ordnung in Dortmund ist, hat sie auch abseits von Rechtsfragen viel bewegt. Sie hat unter anderem maßgeblich die Flüchtlingskrise in Dortmund gemanagt, während im Düsseldorfer Innenministerium Chaos herrschte.

Jägers war selbst wiederholt nachts in der Erstaufnahme für Asylbewerber, als der Flüchtlingsansturm aus dem Ruder zu laufen drohte, lenkte den Krisenstab – und das Geschehen in geordnete Bahnen.

Nach Veruntreuung Bürgerdienste neu organisiert

Kurz nach ihrem Amtsantritt 2013 ploppte die Veruntreuung in der Bezirksverwaltungsstelle in Hombruch auf. Jägers brachte die Neuorganisation der Bürgerdienste, die auch von der Flüchtlingswelle überrollt wurden, entschlossen auf den Weg.

Unter Jägers Regie wird aktuell der Masterplan Sicherheit erarbeitet. Für Jahrzehnte hatte die Dortmunder CDU nicht mehr solch eine durchsetzungsfähige Spitzenkraft im Verwaltungsvorstand. Einen adäquaten Nachfolger oder eine Nachfolgerin für sie zu finden, dürfte nicht leicht werden.

„Weggang wäre ein Verlust“

„Diane Jägers ist eine starke Frau, die für ihre Themen brennt“, sagt Steffen Kanitz, „ihr Weggang wäre ein Verlust für Dortmund und ein Gewinn für die Landesregierung.“

Auf der anderen Seite sei Dortmund, nachdem es keinen Dortmunder CDU-Landtagsabgeordneten mehr gebe, „auf gute Leute angewiesen, die in der Landesregierung etwas für die Stadt bewirken können.“

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