Automat defekt

Konzerthaus-Gäste steckten in Dortmunder Tiefgarage fest

Foto: Wolf-Dieter Sonnenburg

Dortmund.  Nach der Oper funktionierte am Sonntag kein einziger Kassenautomat. Bei schlechter Luft warteten die Autobesitzer – bis einer aktiv wurde.

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Die Freude über einen unterhaltsamen Abend schlug alsbald in Wut um. Nach der Oper „La Bohème“ wollten viele Konzerthaus-Besucher am Sonntagabend gegen 20.45 Uhr möglichst schnell nach Hause, um das Wochenende in den eigenen vier Wänden ausklingen zu lassen. Doch daraus wurde nichts: Sämtliche Kassenautomaten in der Konzerthaus-Tiefgarage am Burgwall versagten ihren Dienst, die Menschen mussten lange warten, bis sie die Garage endlich wieder verlassen konnten.

„Es ging nichts mehr“, beschreibt Wolf-Dieter Sonnenburg die Situation. Als der 75-Jährige nach dem Konzert mit seiner Frau die Garage betrat, schwante ihm bereits Böses: „Vor den Kassenautomaten bildeten sich lange Schlangen, doch die Automaten funktionierten alle nicht, was auch auf Zetteln stand, die daran klebten. Und der Druck auf den Infoknopf blieb ebenfalls unbeantwortet.“

Die Luft war zum Schneiden

Viele Kunden seien deshalb mit ihren Autos bis zur Ausfahrt gefahren, um direkt bei der dortigen Aufsicht zu bezahlen. „Da dort aber nur eine Person saß, bildeten sich erneut lange Schlangen – es bewegte sich so gut wie nichts“, erinnert sich Sonnenburg. Die Lage sei mit der Zeit sogar noch bedrohlicher geworden, da die Abgase für extrem schlechte Luft gesorgt hätten: „Die war zum Schneiden. Vor allem Frauen hielten sich Tücher vor den Mund.“

Erst als ein frustrierter Autofahrer die Initiative ergriff und die Schranke kurzerhand manuell anhob, konnten die Nutzer das Gebäude verlassen. Für Sonnenburg ein verantwortungsloses Verhalten des Garagenbetreibers: „Wenn man weiß, dass die Automaten defekt sind, muss doch jemand dort stehen, Bescheid geben und die Leute so rauslassen. Was ist das für ein Sicherheitskonzept?“

Mit der Situation überfordert

Die Automaten hätten aufgrund eines menschlichen Fehlers nicht funktioniert, erläuterte Heinrich Wonner, Betriebsleiter der Dopark-21-Tiefgarage am Konzerthaus. Damit kein Chaos entsteht, sollten die Schranken in solchen Fällen eigentlich vom Personal geöffnet werden. Doch offenbar sei der diensthabende Kollege, eine Hilfskraft, mit der Situation überfordert gewesen. So habe der letzte Kunde die Garage laut Wonner erst gegen 22 Uhr verlassen: „Ich kann nachvollziehen, dass die Leute sauer waren.“

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