CDU-/FDP-Pläne

Kein Platz für neue Windräder in Dortmund

Windkraftanlagen - wie hier in Oespel - wird es in Dortmund wohl nicht noch weitere geben.

Foto: Stephan Schütze

Windkraftanlagen - wie hier in Oespel - wird es in Dortmund wohl nicht noch weitere geben. Foto: Stephan Schütze

Dortmund.  Windkraft-Gegner, die neue Windräder in ihrer Nachbarschaft fürchten, können aufatmen. Wenn die neue CDU/FDP-Landesregierung 1500 Meter Mindestabstand zu Wohngebieten zum Maßstab macht, gibt es in Dortmund keinen Raum mehr für neue Windräder. So wirken sich die Düsseldorfer Pläne auf Dortmund aus.

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Die Suche nach neuen Windkraft-Flächen hat sich damit erledigt, zeigte sich am Mittwoch Planungs- und Umweltdezernent Ludger Wilde in einer ersten Reaktion auf die Düsseldorfer Pläne überzeugt. Die möglichen Flächen für neue Windräder in Dortmund waren ohnehin schon deutlich geschrumpft, nachdem die Politik im vergangenen Jahr einen Mindestabstand von 450 Meter statt 300 Metern von Windrädern zur nächsten Wohnbebauung festgelegt hatten.

In der Folge waren Flächen in der Brechtener Niederung, in Holthausen auf der Halde Groppenbruch und an der A 45 in Großholthausen aus der Liste der potenziellen Windkraft-Flächen gestrichen worden. Übrig blieben Areale in Salingen, bei Bodelschwingh, im Bereich Ellinghausen / Niedernette und in der Großholthauser Mark. Zurzeit laufen dazu dort Naturschutz-Untersuchungen.

Wird aktuelles Verfahren ausgesetzt?

Unklar ist, ob die Stadt das Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie angesichts der neuen Rahmenbedingungen noch fortsetzt. Ursprünglich wollte man sich damit für mögliche Bauanträge für Windräder rüsten, um die Planungen in gewünschte Bahnen - also auf entsprechend voruntersuchte Flächen - zu lenken. Dazu sollte möglichst bald auch ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans gestartet werden. Das könnte sich nun erledigen.

In Dortmund werde es mit dieser Abstandsregelung nahezu unmöglich, geeignete Flächen für Windräder zu finden, stellten gestern auch schon die Grünen im Rat fest - verbunden mit Kritik an den Plänen von CDU und FDP. "Der Versuch, auch hier in Dortmund einen Anteil zur Energiewende über Windkraft zu leisten, wird mit der geplanten Abstandsregelung scheinheilig vor die Wand gefahren", sagte Fraktionssprecherin Ingrid Reuter. "Mit diesem Schwenk der Landespolitik wird es auch für Dortmund schwer, die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen."

Kritiker: "Arbeitsplätze bedroht"

Heftige Kritik gab es auch vom Landesverband Erneuerbare Energien in Düsseldorf. Dessen Vorsitzender Reiner Priggen, der bis Ende Mai auch Landtagsabgeordneter der Grünen war, sprach gestern von einer "Vollbremsung des Windenergie-Ausbaus in NRW". FDP und CDU gefährdeten mit ihrem Plan zur extremen Einschränkung der Windenergie in Nordrhein-Westfalen einen Großteil der fast 20.000 Arbeitsplätze und über 100 Millionen Euro bereits getätigter Investitionen der Windenergiebranche. Jahrelange Planungen seien nun umsonst gewesen - offensichtlich auch die für die Windraft-Konzentrationsflächen in Dortmund.

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