System eingestellt

In Dortmund gibt es keinen tierärztlichen Notdienst mehr

In Dortmund gibt es keinen Notdienst für Tiere mehr.

In Dortmund gibt es keinen Notdienst für Tiere mehr.

Dortmund.  Tierbesitzer in Dortmund müssen sich umstellen: Seit Anfang Dezember gibt es am Wochenende keinen tierärztlichen Notdienst mehr. Der Grund: Zu wenige Praxen haben sich am Notdienst-System beteiligt. Zuletzt sollen es nur noch sechs gewesen sein.

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Um es vorab klarzustellen: Einen einzigen klaren Grund für das Ende des Notdienstes gibt es nicht. Fragt man bei Tierärzten nach dem Warum, ist die Rede von zu wenig Personal, von zu viel Arbeit in der Woche, von möglichen Gefahrensituationen in einer Nachtschicht oder von zu hohen Auflagen für eine Tierklinik.

Eine solche Einrichtung muss 24 Stunden am Tag für Behandlungen von Tieren zur Verfügung stehen und gewährleistet so einen permanenten Notdienst. Die letzte Dortmunder Tierklinik hat 2012 ihren Status abgegeben. Seither haben Tierärzte untereinander eine Regelung gefunden, um den Verlust abzufedern, und von Freitagabend bis Montagmorgen einen Notdienst eingerichtet. Der wurde jetzt eingestellt.

Tierkliniken in Recklinghausen, Duisburg und Werl

"Wir bemühen uns weiter um eine gemeinsame Lösung", sagte Dr. Tina Brahm auf Anfrage. Sie und ihre Mitarbeiter bieten an Wochenenden und Feiertagen weiterhin Sprechstunden an, auf ihrer Praxis-Homepage verweist aber auch sie für Notfälle außerhalb der Sprechzeiten auf die nächstgelegenen Tierkliniken in Recklinghausen, Duisburg und Werl.

Anders als Humanmediziner oder Apotheker unterliegen Tierärzte keiner gesetzlichen Verpflichtung zur Übernahme eines Notdienstes. "Wir können nur Empfehlungen aussprechen", sagt Dr. Harri Schmitt, Vorsitzender der Tierärzte-Kammer Westfalen-Lippe. "Wir können keinen Kollegen zur Übernahme eines Notdienstes zwingen", sagt er. O

b diese Regelung "sinnvoll ist, ist eine andere Frage". Eine Vertreterin der Dortmunder Kreisstelle der Tierärzte-Kammer war nicht zu erreichen. Für Erika Scheffer, Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins, ist das Auslaufen des Notdienstes "eine bodenlose Frechheit". Sie kündigte Proteste gegen diese Entwicklung an. Ob die Tierärzte sich untereinander auf eine Regelung einigen werden, ist völlig offen.

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