Handys ausgewertet

Hinterhalt gegen Lehrer: Schüler planten zweiten Anlauf

An diesem schwer einsehbaren Garagenhof sollen die Jugendlichen den Lehrer in einen Hinterhalt gelockt haben.

An diesem schwer einsehbaren Garagenhof sollen die Jugendlichen den Lehrer in einen Hinterhalt gelockt haben.

Foto: Bernd Thissen

Dortmund.   Staatsanwalt ist nach Auswertung der sichergestellten Handys überzeugt: Jugendliche wollten einen zweiten Versuch starten, einen Lehrer zu töten.

Noch immer suchen Polizei und Staatsanwaltschaft einen Spaziergänger mit Hund, der wichtige Hinweise zu einem Komplott von drei Jugendlichen gegen einen Lehrer geben könnte. Der Mann hat sich bis jetzt nicht gemeldet. Neu sind dagegen weitere Details zu dem Aufsehen erregenden Fall an der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld, den die Polizei zu Beginn der vergangenen Woche öffentlich gemacht hat.

Inzwischen ist nach Auskunft des Dortmunder Staatsanwaltschaft Felix Giesenregen die Auswertung der Handys des verdächtigen Trios abgeschlossen, mit einer verblüffenden Erkenntnis. Wie es Gesprächsprotokolle nahe legen, hätten die Jugendlichen nach dem gescheiterten ersten Versuch am vorvergangenen Donnerstag eigentlich am letzten Montag einen erneuten Anlauf nehmen wollen, um ihren Plan von der Tötung des Lehrers mit Hammerschlägen in einem Hinterhalt umzusetzen: „Sie wollten die ganze Geschichte nochmal durchgehen“, sagt Giesenregen.

Ermittlungen wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung

Zwar seien die Überlegungen mit Blick auf einen Ort oder eine Uhrzeit „noch nicht ganz konkret“ gewesen, aber zumindest schon in der „Planungsphase“. Verhindert worden ist dies wohl nur, weil ihnen die Ermittlungsbehörden rechtzeitig zuvorkommen konnten. Am vergangenen Montag hatte die Schulleitung die Polizei informiert. Ein Mitschüler der Verdächtigen hatte sich zuvor seiner Mutter offenbart, nachdem er von dem Plan erfahren hatte.

Wie sich inzwischen herausstellt, werden die Ermittlungen in diesem Fall wohl doch nicht so schnell abgeschlossen werden können wie zunächst erwartet. Aus der Auswertung der Handys ergibt sich nämlich laut Staatsanwaltschaft auch, dass zumindest der 16- und der 17-Jährige möglicherweise noch für weitere Straftaten in Frage kommen. Video-Aufnahmen zeigten sie bei Delikten wie Sachbeschädigung oder Brandstiftung, allerdings nicht in gravierenden Fällen.

Der 16-Jährige, in dem die Ermittler die treibende Kraft sehen, schweigt weiter zu den Tatvorwürfen, während seine beiden 17 und 18 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen zumindest den ersten Komplott-Versuch aus der vorvergangenen Woche zugegeben haben. Der Jüngste des Trios lässt sich nun von einer Anwältin vertreten. Die ursprünglichen Ermittlungen wegen einer „Verabredung zu einem Verbrechen“ dürften nun noch erweitert werden.

Die bislang nicht polizeibekannten Jugendlichen sind weiter auf freiem Fuß. Allerdings wurde der 16- und der 17-Jährige, die beide auf die Martin-Luther-King-Schule gingen, "bis auf Weiteres" suspendiert, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Arnsberg auf Nachfrage. Eine Schulkonferenz entscheide darüber, wie es mit ihnen weiterginge. Einen Termin dafür gebe es noch nicht. Der 51-jährige, dem der Hinterhalt galt, sei derzeit "außer Dienst".

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