Bauprojekt am Südbahnhof

Hier soll urbanes Leben entstehen

So sollen die Wohnhäuser von Vivawest im Süden des Südbahnhof-Geländes aussehen. Hinter den grünen Innenhöfen schirmt eine gläserne Lärmschutzwand das Wohnquartier zum Großmarkt-Gelände hin ab.

Foto: Beta/Assmann

So sollen die Wohnhäuser von Vivawest im Süden des Südbahnhof-Geländes aussehen. Hinter den grünen Innenhöfen schirmt eine gläserne Lärmschutzwand das Wohnquartier zum Großmarkt-Gelände hin ab. Foto: Beta/Assmann

Dortmund.  Es ist das wohl größte innerstädtische Wohnungsbau-Projekte der letzten Jahrzehnte: Mehr als 600 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren auf dem Gelände des früheren Südbahnhofs entstehen. 2018 könnte es mit dem Bau losgehen.

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Erste Pläne wurden unter dem Titel "Kronprinzen-Viertel" schon vor längerer Zeit geschmiedet. 2005 hatte das Herdecker Planungsbüros Pesch und Partner einen städtebaulichen Entwurf geliefert, der - ähnlich wie für den alten Ostbahnhof - eine Eigenheim-Siedlung mit rund 250 Wohneinheiten vorsah.

2015 kaufte die Bergkamener Firma Beta das gesamte Gelände. Sie hat die Pläne überarbeitet, die nun großzügiger und großstädtischer ausfallen: "Eine Bungalow-Siedlung mitten in der City macht wenig Sinn", erklärte Dirk Salewski von der Beta Eigenheim GmbH bei der Präsentation der aktualisierten Planungen auf der Immobilien-Messe Exporeal in München. "Jetzt setzen wir auf urbane Qualität."

Große Nachfrage

Soll heißen: Statt einer Eigenheim-Siedlung entsteht eine Wohnsiedlung mit zumeist vier- bis fünfgeschossigen Mehrfamilienhäusern ähnlich wie im nördlich angrenzenden Kaiserstraßen-Viertel. "Denn die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnen ist riesig", sagte Salewski.

Und auch der Wunsch der Stadt nach öffentlich gefördertem Wohnungsbau wird erfüllt. Dazu entstehen quer zur S-Bahntrasse im Süden des Geländes zwölf Wohnhäuser. Acht Häuser baut Beta für die Wohnungsgesellschaft Vivawest, vier hält Beta im eigenen Bestand. Zusammen sollen sie rund 150 öffentlich geförderte Wohnungen bieten. Außerdem entstehen für Vivawest weiter nördlich neun weitere Wohnhäuser mit rund 160 frei finanzierten Mietwohnungen.

Grünfläche mit Spielplatz

Östlich daran schließen sich an einer Grünfläche mit Spielplatz vier Stadtvillen mit Eigentumswohnungen an, ganz im Osten ist dann noch Platz für 50 bis 60 Eigenheime, die Beta selbst vermarktet. "Der Mix aus öffentlich geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen tut dem ganzen Quartier gut", zeigte sich Vivawest-Geschäftsführerin Claudia Goldenbeld in München überzeugt.

Bereits weiterverkauft sind Flächen im Westen des Südbahnhof-Geländes, wo anschließend an den denkmalgeschützten Wasserturm am Heiligen Weg weitere Wohnhäuser entstehen sollen. Dazu kommt eine Kindertagesstätte mit Außenfläche.

Gläserne Wände

Eine besondere Lösung haben sich die Planer für das Lärmschutz-Problem einfallen lassen. Statt, wie ursprünglich vorgesehen, eine bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwand sollen nun lichte Glaswände zwischen den Wohnhäusern im Süden das Wohngebiet in Richtung Großmarkt abschirmen. "Eine sehr sympathische und intelligente Lösung", lobt Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Die Stadt will nun das Bebauungsplan-Verfahren mit der Offenlegung vorantreiben. Wenn das Planwerk dann bis Mitte 2018 beschlossen wird, können schon bald die Bagger anrollen. Sie müssen zunächst den Boden für die Neubauten bereiten: Ein Meter wird abgetragen, zwei Meter Boden neu aufgebracht, erläuterte Salewski. Danach folgt die Erschließung mit neuen Straßen und Kanälen bevor der Wohnungsbau im Süden beginnt. 2019 könnten die ersten Kräne stehen, schätzt Salewski. Für das gesamte Wohnquartier rechnet er dann mit einer Bauzeit von drei Jahren.

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