Brandschutzmängel

Dortmunder Hannibal ist 2018 wohl ohne Wasser und Heizung

Das Hannibal-Haus war im September wegen Brandschutzmängeln geräumt worden.

Das Hannibal-Haus war im September wegen Brandschutzmängeln geräumt worden.

Foto: Fabian Strauch

Dorstfeld.  Drei Monate nach der Hannibal-Räumung soll die Wasserversorgung abgestellt werden. Die Stadtwerke sprechen von einer Sicherheitsmaßnahme.

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Drei Monate nach der Räumung des Hannibals II in Dorstfeld zeichnet sich ab, dass der Gebäudekomplex weiter gegen die Wand gefahren wird. Bis zum 29. Dezember soll laut dem Versorger DEW21 die Wasserzufuhr in dem Gebäude abgestellt werden.

Dass das Wasser abgestellt werden soll, habe, so DEW21, die Intown-Gruppe als Besitzer gegenüber dem Versorger angekündigt. In den ersten Januartagen wird dann auch die Verbindung zwischen dem Gebäudekomplex und dem Wassernetz verriegelt. Damit soll eine Rückverkeimung des Wassernetzes ausgeschlossen werden, so DEW21 auf Anfrage.

Da vor rund drei Monaten das Gebäude geräumt wurde, befürchten Experten einen Befall der Hannibal-Rohre mit Legionellen. Grund dafür ist, dass das Wasser in den Rohren nicht mehr ausreichend bewegt wird, weil kaum jemand Wasser verbraucht. Rainer Stücker vom Mieterverein befürchtet, dass durch das Abklemmen des Hannibals vom Wassernetz die potenzielle „Wiederbewohnbarkeit des Hannibals deutlich erschwert wird“.

Problematisch ist darüber hinaus die Heizungssituation: Bisher wurde die Raumwärme des Komplexes durch zwei angemietete Gasanlagen der Firma EGC aus Aachen geliefert. Nahwärme-Contracting heißt dieses durchaus übliche Verfahren. Doch da der Vertrag zwischen EGC und Intown zum Jahresende ausläuft und es, Stand Freitag, keine neuen Verhandlungen gibt, bereitet sich EGC darauf vor, die Gasanlagen am Hannibal in der zweiten Januarwoche auszubauen.

Auch das dürfte der Gebäudesubstanz nicht guttun. So findet Stücker deutliche Worte: „Intown verspricht viel, liefert dann nicht und wird seiner Verantwortung nicht gerecht.“ Das neue Jahr im Hannibal dürfte also kalt und trocken werden. Immerhin Strom wird es in der Zukunft noch geben. Allerdings nur für Mieter, die einen neuen Vertrag mit der DEW unterzeichnen.

Verträge ab kommendem Mittwoch

Für 13 Euro im Monat (bei einem kalkulierten Verbrauch von 250 Kilowatt) können Menschen, die noch ein Mietverhältnis im Hannibal haben, weiter Strom beziehen. Ab kommenden Mittwoch sollen diese Verträge erhältlich sein. Der Hannibal in Dorstfeld war am 21. September geräumt worden. Zuvor waren Brandschutzmängel festgestellt worden, die aus Sicht der Stadt so erheblich waren, dass sie sich zu einer Evakuierung entschied. 753 Menschen verloren ihre Wohnungen.

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